2020 – Ein „ausgefallenes“ Reisejahr

2020 war und wird in unserer Erinnerung im doppeldeutigen Sinne ein „ausgefallenesReisejahr sein und bleiben.

Egal von wo man mit dem Lesen beginnt – es ergibt immer einen Sinn

Zum einen waren so manche Touren einfach nicht möglich, und zum anderen wurden Reiseziele angesteuert, die wir vielleicht nie auf dem Plan gehabt hätten. Unschwer zu erraten: auch das Reisen hatte Corona in 2020 fest im Griff. 

Es fängt schon damit an, dass wir zum ersten Mal das Wohnmobil im Winter abgemeldet haben. Es ist noch Anfang Dezember 2019 als Europa noch glaubt, das Virus ist ganz weit weg und bedroht uns kaum. Der Grund für die Abmeldung ist auch nicht Corona, sondern, weil unsere Planungen und einige familiäre Verpflichtungen uns aufzeigen, dass es durchaus Mai oder Juni werden kann bis wir wieder Zeit haben, mit dem Wohnmobil wegzufahren.

Das hat uns zwar ein paar Euro Steuer und Versicherung gespart, doch als wir hätten wieder fahren können, bekommen wir keinen Termin zur Wiederzulassung unseres Wohnmobils. Alle Termine sind von Autohäusern und Zulassungsdienstleistern blockiert. Die aufgestauten Zulassungsaktivitäten aus der Lockdownzeit müssen erst einmal abgearbeitet werden. „Nicht so schlimm“ sagen wir uns, denn das Wetter spiel zunächst ohnehin nicht mit. 

Gewöhnen an Pandemiebedingungen

Dann ist es endlich soweit. Nummernschilder wieder gestempelt, die üblichen Wartungs- und Reinigungsarbeiten durchgeführt und das Wohnmobil eingeräumt. Es kann losgehen. Doch bei dem Blick auf unsere Wetter-App gibt’s nur lange Gesichter. Alle Zielregionen (und das sind eh nicht viele), die wir uns ausgedacht haben, locken nicht mit positiven Wetterprognosen. So wird die Wetter-App zum Reiseleiter. Der Reiseleiter sagt uns: „ab in den Osten“. Und in der Tat, er soll Recht behalten. Durch die Medien sind wir vorgewarnt, das die Gastronomen an der Ostsee einen Ansturm erwarten. Also entscheiden wir uns für ein, aus unserer Sicht, nicht so stark favorisiertes Ziel. Die Wahl fällt auf dem Spreewald, denn WoMoline will gerne in diese Ecke fahren. 

Dort angekommen, müssen wir feststellen, alle Wohnmobilstellplätze belegt. Auch auf den Campingplätzen in Lübbenau und Umgebung und in Burg ist nichts mehr zu machen. Leicht frustriert, aber immer noch frohen Mutes, fahren wir wenigstens einmal durch Lübbenau, um einen Eindruck von dem Ort zu bekommen. Ganz am Ende, da, wo es wieder zur Autobahn geht, sehen wir einen großen Platz auf dem viele Wohnmobile stehen. Keine der Apps die wir befragt haben, haben diesen Platz im Angebot. Kurzentschlossen gesellen wir uns zu den anderen Wohnmobilen. Es stelle sich heraus, dass das gar kein Wohnmobilstellplatz ist, sondern der Tagesparkplatz für Omnibusse. Doch jetzt, kurz nachdem Lockdown, haben die Reisebusunternehmer ihre Touren noch nicht verkauft. So sucht man vergebens nach einem Omnibus. Die Gemeinde freut sich, dass die Wohnmobilbesitzer nun die 12 € Tagespauschale bezahlen und man lässt die Wohnmobile, respektive ihre Besitzer gewähren. Der Stadtkämmerer freut sich.

Ungläubig schaue ich in die Runde. Sehr viele Wohnmobile sind vom neuesten Produktionsdatum. Nachdem wir mit einigen gesprochen haben wird uns deutlich, viele WoMos sind Wohnmobile, die seit dem letzten Herbst ausgeliefert wurden. 

Die Besitzer sind, seitdem es nun möglich ist, unterwegs auf ihrer allerersten Ausfahrt. Also ein Platz mit vielen Neulingen. Wir treffen auch zwei alte Hasen. Sie berichten, dass sie Rügen angesteuert haben, doch nach fünf Stunden Stau haben sie entnervt umgedreht. Wenigstens mit der Idee Ostsee haben wir alles richtig gemacht.

Uns wird klar, dass alle Wohnmobile, die normalerweise zu dieser Jahreszeit in Italien, Kroatien, Frankreich oder sonst wo sind, nicht zu Hause stehen, sondern sie sind in Deutschland unterwegs. Dadurch wird es auf den Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen eng. Die Stimmung unter den Reisenden ist aber durchweg positiv. Alle sind froh, dass sie nun endlich on tour sein können. Im Osten sind die Corona-Regeln zu dieser Zeit ohnehin etwas moderater. Die wirklich kritischen Gebiete liegen im Süden und Westen der Republik.

Nur eines ist anders: es gibt ein ganz neues Gesprächsthema und das beherrscht alles. 

Und das heißt: Corona. 

Egal wo und mit wem, es dauert nicht lange bis dieses Thema gestreift wird. Bei manchen ist es vielleicht nur eine sarkastische Bemerkung, bei vielen anderen ist es aber ein Bedürfnis, sich mit den Anderen darüber ausgiebig auszutauschen. 

Dem Thema entkommt keiner. Das wird sich auch im Laufe des restlichen Reisejahres nicht mehr ändern und ich fürchte es wird im Jahr 2021 auch nicht anders sein.

Azyklisch Reisen ist gar nicht so einfach

Nach ausgiebigen Radtouren im Spreewaldgebiet beschließen wir, uns Richtung Elbsandsteingebirge zu orientieren. 

Unsere Erfahrungen aus vergangenen Jahren helfen nicht wirklich weiter, denn alle verhalten sich nun anders als gewohnt. Dies erkennen wir bei einem Zwischenstopp in Senftenberg. Senftenberg liegt im ehemaligen Tagebergbaugebiet auf dem Weg nach Dresden. Hier wird die ganze Region zu einem Feriengebiet umgestaltet. Vorbild scheinen klassische Touristikzentren z.B. in Oberitalien und an der Adria zu sein. Und genauso geht es dort auch zu.

Wir beschließen, das von uns ins Auge gefasste Elbsandsteingebirge auf später zu verschieben, denn wir vermuten, dass es uns dort ähnlich ergehen wird wie im Spreewald und auch hier in Senftenberg.

Corona: das allgegenwärtige Phantom

Stattdessen wollen wir etwas für unsere Bildung tun und besuchen Weimar, Erfurt und Coburg. Zumindest in Weimar und Erfurt begegnet uns, ähnlich wie im Spreewald, ein etwas lockerer Umgang mit den Einschränkungen der Coronakrise. Die einzigen sichtbaren Merkmale sind Masken im Straßenbild und bei Bedienungen in Restaurants und hie und da Plexiglasschreiben in den Geschäften im Kassenbereich. Unser Eindruck ist: man hält sich einigermaßen an die von oben verordneten Vorgaben, aber wirklich überzeugt davon ist kaum einer. Mehrfach erleben wir folgenden Dialog:

„Haben Sie Corona?“
„Nein“ antworten wir,
„Kennen Sie jemanden, der Corona hat?“
„Nein“
„Sehen Sie, ich auch nicht.“ 

Corona wird fast zu so etwas wie einem Phantom. Man hört es nicht, man sieht es nicht. Auch beim Riechen und Schmecken – Fehlanzeige. Und doch ist Corona allgegenwärtig. Immer und überall.

In Coburg, wir sind schon in Bayern, wo die Infiziertenzahlen zu diesem Zeitpunkt deutlich höher sind. Dort werden die verordneten Maßnahmen deutlich ernster genommen. So zumindest unser Eindruck. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass die Medienberichterstattung in Bayern doch deutlich dramatischer gewesen ist als im Osten und sich das auf die Stimmung und Haltung der Bevölkerung auswirkt. Vielleicht hat die bayrische Staatsregierung auch deutlichere und schärfere Regeln vorgegeben, oder deren Einhaltung stärker überwacht. Ich weiß es nicht. Wir sehen auf jeden Fall deutlich häufiger ausgeschilderte Laufzonen mit Abstandsmarkierungen, Einbahnwegeregelungen nicht nur beim Freibad, strikte Befolgung von Besucherhöchstgrenzen usw.. Und wenn sich beim Anstehen für ein Eis to go doch Mal eine Nachlässigkeit einschleicht, dann wird der Regelbrecher mal höflich, öfter sehr bestimmt und manchmal auch richtig barsch auf seinen Regelverstoß hingewiesen.

Die scheinbar große Entspannung

Fünf Wochen später in der Ortenau. Temperaturen weit über 30 Grad, sinkende Coronafallzahlen, immer weniger Masken im öffentlichen Straßenbild. Wenn ich zum Einkaufen gehe, dann passiert es immer häufiger, dass ich aus dem Auto ohne Maske aussteige und dann noch mal umkehren darf. Toller Wein, wunderschöne Wanderungen an den Hängen des Schwarzwaldes und des Kinzigtals, Gaumenfreuden in der Restauration toller Hotels und bei Sterneköchen. Leben wie Gott in Deutschland, manchmal ganz kurz unterbrochen durch Maskenpflicht – z.B. beim Gang zu einem gewissen Örtchen. 

Das Ganze fühlt sich an wie das letzte Aufbäumen der Pandemie. Die hohen Temperaturen heizen dem Virus kräftig ein und erste Meldungen der Presse über Erfolge bei der Impfstoffentwicklung nähren die Hoffnung, dass es zum Ende des Jahres einen zugelassenen Impfstoff gibt. Keiner kann sich des Eindrucks erwehren, dass das die ultimative Allzweckwaffe im Kampf gegen die Pandemie ist und dem Virus den Rest gibt. Heute wissen wir, es wird anders kommen.

Warten auf normales Reisen

Wir hangeln uns am Rhein entlang immer weiter südlich Richtung Basel. Diesmal lassen wir den Kaiserstuhl rechts liegen, denn unser Weinlager im Wohnmobil ist übervoll. Irgendwann biegen wir nach links in den Hochschwarzwald ab. Wir fahren durch den Hochschwarzwald bis nach Bad Säckingen durch eine wunderschöne Landschaft. Menschen sehen wir nur Menschen, dort wo Gasthäuser links und rechts der Straße sind. Ansonsten sind wir, wenn wir stehen bleiben und beim Wandern weitestgehend allein. 

Erst auf unserer weiteren Strecke von Bad Säckingen den Rhein entlang bis kurz vor Schaffhausen holt uns das Thema Corona wieder ein.

Das bange Warten, ob Überwinterung im Süden möglich ist

Auf den Wohnmobilstellplätzen entlang des Rheins sehen wir auffallend viele Wohnmobile mit Schweizer Kennzeichen. Deutsche Kennzeichen sind schon fast Exoten. Wie sich herausstellt, sind das überwiegend Schweizer, die darauf warten, dass sie in Richtung Südspanien, Portugal oder sogar Marokko aufbrechen können. Sie warten auf sichere Indizien, dass, wenn sie einmal im Süden sind, nicht wieder wie im Frühjahr, mit Polizeigewalt und mit sehr engen Zeitvorgaben zur Heimfahrt gezwungen werden. Sie versammeln sich auf der deutschen Seite des Rheins, weil für Sie das Leben in Deutschland und die Wohnmobilstellplätze wesentlich günstiger sind als in der Schweiz. Tja von den reichen Schweizern kann man das Sparen lernen.

Auf der ganzen Strecke von Bad Säckingen, Waldshut-Tiengen bis kurz vor Schaffhausen geht das Leben seinen gewohnt gemächlichen Gang. Dennoch bemerken wir zunehmend eine gewisse Skepsis der Menschen. Es kommt uns vor wie: „Es geht uns gut, alles funktioniert, aber wir trauen dem Frieden nicht so ganz.“

Wir wollten eigentlich noch bis Konstanz oder vielleicht sogar bis Meersburg weiterfahren, aber der Wetterbericht verheißt auf längere Sicht nichts Gutes. So entschließen wir uns, uns über die Autobahn in Richtung Norden abzusetzen. Bei einem kurzen Boxenstopp in Rottweil überholt uns dann das angekündigte Schlechtwetter und wir werden klitschnass. Trotz Regen, das Städtchen ist sehenswert.

Die Stimmung kippt

Mitte September waren wir u.a. im Blühenden Barock in Ludwigsburg. Die Stimmung ist noch wie vor kurzem am Rhein. 2 1/2 Wochen später, wir schreiben jetzt Anfang Oktober, starten wir zu unserer letzten größeren Fahrt im Jahr 2020. Startpunkt ist dieses mal Idar-Oberstein. Diesen Ort wählen wir, weil in Frankfurt mittlerweile die Kontaktregeln im öffentlichen Bereich  deutlich verschärft sind. Nach dem Prinzip Vorsicht haben wir ein Wiedersehen mit einer Freundin, die mittlerweile in Frankfurt lebt, nach Idar-Oberstein verlegt. 

Über Königstein, Kelkheim und Idstein durchqueren wir dann den Taunus, bis wir bei Weilburg auf das Lahntal treffen. Von hier aus folgen wir der Lahn flussaufwärts. Über Wetzlar, Gießen und Marburg geht es weiter bis fast zu Ursprung der Lahn. 

Von Weilburg bis zum Lahn-Ursprung in der Nähe von Neften, wollten wir eigentlich überwiegend mit dem Fahrrad auf dem Lahntalradweg unterwegs sein. Das sehr durchwachsene Wetter lässt aber aus der geplanten Wohnmobil-Radtour ein Städte- und Wohnmobilstellplatz-Hopping werden. Über Siegen und Olpe geht’s ins Ruhrgebiet zum Familienbesuch. Der Heimweg führt uns dann über Kassel und Fulda zurück nach Franken.

Hätten wir die von uns wahrgenommene Stimmung in einer Fieberkurve aufgezeichnet, so wäre eine sich stetig beschleunigende Absturzkurve entstanden mit hartem Aufschlag am Ende unserer Reise.

Ab Wetzlar gab es unter den Wohnmobilisten praktisch keine Kommunikation mehr. Jeder grüßt von Ferne und verkriecht sich so schnell wie möglich im Wohnmobil – und daran war nicht nur das wechselhafte Wetter schuld. Das kleine Schwätzchen beim Ziehen des Parktickets, der Erfahrungsaustausch nach dem Stadtbummel, der Radtour, der Wanderung, der Smalltalk an der Entsorgungsstation, wurde immer seltener und kürzer, je weiter wir gen Norden kommen. In gleichem Maße wird die Berichterstattung im Radio immer dramatisierender und hysterischer. 

Wir stellen auf Musikkonserven ohne Nachrichten um, um der Depressionswelle entgegenzuwirken, die so viele heimsucht. Den meisten der uns umgebenden Wohnmobilisten, als auch den Menschen, denen wir in den Städten und Ortschaften begegnen, ist diese Stimmung quasi unsichtbar auf die Stirn geschrieben. Die Stimmung schwankt zwischen Resignation und zunehmender Aggression.

Auch wenn wir alles tun, um uns diesem Stimmungsabsturz so gut es geht zu entziehen, ganz gelingt es auch uns nicht.

Als wir dann zu Hause angekommen, das Wohnmobil winterfertig machen und Ende November dann ins Winterlager fahren, da kommt uns ein Satz über die Lippen, den wir so in den vergangenen Jahren noch nie verspürt oder gar ausgesprochen haben: „So, nun is gut“

Wir brauchen Urlaub vom Reisen. Das hätten wir uns nie träumen lassen. Doch Corona macht’s möglich.

Gibt es ein Fazit?

Kurz und knapp. Nein, ein Fazit gibt es nicht.

Wollte ich eines ziehen, dann müsste ich eine Menge von Fakten und Ereignissen adressieren, die zwangsläufig viele öffentlich auftretenden Personen blamieren würden. Das wird aber der Sache nicht gerecht. Ich habe große Achtung vor der Verantwortung die viele dieser Personen getragen haben und versucht haben, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Auch wenn immer wieder einzelne Personen versucht haben, persönliche Interessen mit ihrem Auftrag zu verbinden, oder gar ihren Auftrag und ihre persönlichen Interessen verwechselt haben, so muss man allen zugestehen, dass der Panikmodus der nahezu alle Lebensbereiche infiltriert hat, auch diesen Verantwortungsträgern die Sicht und Urteilsfähigkeit vernebelt hat.

Tauschen möchte ich da mit keinem.

Eine Prognose wage ich aber doch:

Wer so wie wir mit dem Wohnmobil reist, ist darauf angewiesen, dass die Menschen in den Zielregionen und die anderen Reisenden mit Fröhlichkeit, Zuversicht und Offenheit einem gegenübertreten, genauso wie wir dies gegenüber unseren Gastgebern und Mitreisenden tun und tun wollen. Nur so wird aus einer Reise ein unvergessliches Erlebnis. Leider wurde durch diese Coronapandemie viel von dieser Basis zerstört und es wird eine längere Zeit brauchen bis diese Kollateralschäden beseitigt sind. 

Aus dem Gesagten leitet sich vielleicht doch noch ein Fazit ab:

Es wird noch viel mentale Arbeit bei Reisenden und bei Gastgebern zu leisten sein, bis das Reisen (z.B. mit dem Wohnmobil) wieder eine solch freudvolle Angelegenheit sein wird, wie wir das in den letzten acht Jahren erlebt haben. Jeder ist aufgerufen seinen Beitrag zu leisten, indem jeder wieder mit Neugier und Empathie auf die Mitmenschen zugeht und die Angst vor Nähe überwindet.

Unser Reiseziel Ostern 2021 – Bankhock

Die Schwaben unter unseren Lesern werden das Wortspiel auf Anhieb verstehen 😄 Alle anderen nach kurzem Einfühlen in den schwäbischen Dialekt.

Dass unser Osterreiseziel in diesem Jahr Bankhock geworden ist, ist nicht dem mit bloßem Auge nicht sichtbaren Winzling Corona geschuldet, sondern der Tatsache, dass der WoMolix beim Wandanstreichen von der Leiter gefallen ist und sich das Fersenbein zertrümmert hat.

WoMolix und WoMoline wünschen allen ein fröhliches Osterfest

und grüßen aus Bankhock. 😉😄

Ein linksradikaler Vorschlag

Das sind Gedanken, die mich schon des längeren beschäftigen. Ich empfinde diese Gedanken aber keinesfalls als linksradikal, sondern sie zeigen eine schon seit längerem existierende Schieflage im Moral- und Gesellschaftsverständnis unserer Politiker (parteiübergreifend), neoliberaler Meinungsbildner und Lobbyisten.

Quer-Denk-Seite

Ein Kommentar von Christian Bangel 23. März 2021, 16:52 Uhr in: Zeit Online

Seit Monaten versucht die Bund-Länder-Runde, mit Einschränkungen der privaten Kontakte das Virus einzudämmen. Wieso geht es nie darum, der Industrie etwas zuzumuten?

Es gibt daran leider nichts zu verhandeln: Wir stehen vor der dritten, vielleicht bisher größten Corona-Welle. Und sie bedroht Zehntausende Menschenleben. Weil das so ist, müssen wir alle vorerst weiterhin unser normales Leben zurückstellen. Deswegen feiern manche Kinder nun schon den zweiten Geburtstag im Lockdown, und deswegen haben viele Menschen einen Höllenwinter hinter sich. Deswegen nehmen auch Depressionen, Alkoholismus
und Drogenkonsum zu, und Opfern häuslicher Gewalt fehlen die Flucht- und Ausweichmöglichkeiten. Das ganze Land quält sich durch schier endlose Zeiten mit ungewissen Langzeitfolgen.

Zum Glück ist es nach wie vor gesellschaftlicher Konsens, dass der absolute Wert menschlichen Lebens nicht verhandelt wird. Diese Haltung ist ja unter anderem auch der Grund dafür, dass es so viele…

Ursprünglichen Post anzeigen 627 weitere Wörter

Krisenjunkies: So gefährlich wie die Pest?

Quer-Denk-Seite

Deadlines sind für sie Herausforderungen, Prokrastination ist ein Lifestyle und entspanntes Arbeiten ist eine Form der Selbstaufgabe: Krisensüchtige erschaffen Dramen, was auch immer sie tun. Weil sie glauben viel Erfahrung mit Krisen zu haben, suchen sie nach neuen Themen, in denen vermeintlich oder real ein Gefahrenpotential steckt. Sie surfen sozusagen auf jeder wilden Welle die für andere ein Angstpotential hat. Für andere Menschen um sie herum ist es nicht so „einfach“ damit umzugehen.

Ein Krisenjunkie kann ein Kollege sein, die sich viel zu spät — aber mit voller Energie — in ein Projekt stürzt. Ein Krisenjunkie kann auch der Freund sein, der immer die krassesten Geschichten von Samstagnacht zu erzählen hat. Ein Krisenjunkie ist vielleicht der Vorgesetzte, der stets Probleme entdeckt, deren Eintritt zwar sehr unwahrscheinlich sind, die aber definitiv schreckliche Konsequenzen hätten. Kurz: Krisenjunkies sind anstrengend und ihre Krisen sind in der Regel überflüssig.

Wirklich gefährlich sind die Krisenjunkies die einen…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.477 weitere Wörter

Die Zeit danach!

Das Weihnachten 2020 war für viele sicher ein anderes Weihnachtsfest, als all die Jahre zuvor. Corona, Lockdown, Ausgangsbeschränkungen haben dafür gesorgt, dass dem so ist. Aber ehrlich, wenn ich mich umsehe, umhöre war es wirklich so viel anders? Wurde nicht trotzdem zu viel gegessen, getrunken, Geschenke gekauft? Äußerlich betrachtet wie immer, nur die Rahmenbedingungen haben sich etwas verändert. Aber wie sieht es innerlich aus? Was bewirkt die Weihnachtsbotschaft in unseren Herzen? Was bedeutet sie für uns? Warum feiern wir Christen dieses Fest? Die uns auferlegten Beschränkungen könnten wir dazu nutzen, mal in die Ruhe zu kommen und genau über diese und andere Fragen nachzudenken. „Wir wünschen ein besinnliches Fest“ – steht auf fast jedem Weihnachtsgruß. Werde besinnlich!

Wie gesagt, die Festtage sind vorbei. Und jetzt? Was nehmen wir mit ins neue Jahr, die Zeit danach?

Udo Jürgens hat hierzu ein wundervolles Lied gesungen. Seine Botschaft stammt aus dem Jahr 2003! Wüsste man das nicht, es könnte auch dieses Weihnachtsfest gewesen sein.

Und hier der Text dazu:

Es werde Licht

Jede Weihnacht seh’n wir Bilder
Von den Kindern dieser Welt,
Die im Schatten steh’n,
Weil sie vergessen sind.
Zuerst geh’n sie uns zu Herzen,
Und dann geh’n sie aus dem Sinn,
Und den Rest des Jahres
Sind wir wieder blind…

Und wir kommen die besuchen,
Die wir Monate nicht seh’n.
Und wir leihen ihnen
Ein paar Stunden Glück.
Und dann müssen wir rasch weiter,
Vorher gibt’s noch ein Geschenk,
Und dann lassen wir im Dunkeln
Sie zurück…

Es werde Licht!
Es werde Liebe
In allen Herzen erdenweit

Es werde Licht!
Es werde Menschlichkeit,
Nicht nur zur Weihnachtszeit,
Nicht nur zur Weihnachtszeit…

Weihnachtsbäume werden größer,
Die Pakete werden mehr,
Noch ein Puppenhaus
Und ein Computerspiel!
Und die Schränke werden voller
Und die Seelen bleiben leer,
Weil wir Dinge schenken,
Aber kaum Gefühl…

Es werde Licht!
Es werde Liebe
In allen Herzen erdenweit

Es werde Licht!
Es werde Menschlichkeit,
Nicht nur zur Weihnachtszeit,
Nicht nur zur Weihnachtszeit…

Es werde Licht!

Gitarren-Solo…

Es werde Licht!
Es werde Menschlichkeit,
Nicht nur zur Weihnachtszeit,
Nicht nur zur Weihnachtszeit…

Komponist: Udo Jürgens
Texter: Wolfgang Hofer

Udo Jürgens singt: „Und die Schränke werden voller und die Seelen bleiben leer, weil wir Dinge schenken,
aber kaum Gefühl…“ – Liebe, Geborgenheit, Nähe, Vertrauen, Zufriedenheit, Miteinander, Füreinander, Verständnis, Toleranz – alles Gefühle, nach denen wir uns sehnen, die es aber nicht zu kaufen gibt.  

Warum schenken wir uns nicht das, was wirklich wichtig für uns ist – 365 Tage!? lang – bis zum nächsten Weihnachten?

Und so passt ein Text aus Brasilien wunderbar zu dieser Frage und zum Anliegen von Udo Jürgens:

Es werde Menschlichkeit, nicht nur zur Weihnachtszeit!

Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen, ist Weihnachten.

Jedes Mal, wenn ihr Verständnis zeigt für eure Mitmenschen, ist Weihnachten.

Jedes Mal, wenn ihr einem Menschen helft, ist Weihnachten.

Jedes Mal, wenn ihr beschließt ehrlich zu sein, ist Weihnachten.

Jedes Mal, wenn du versuchst deinem Leben einen neuen Sinn zu geben, ist Weihnachten.

Jedes Mal, wenn irgendwo ein Kind geboren wird, ist Weihnachten.

Jedes Mal, wenn du jemanden mit den Augen des Herzens ansiehst, ist Weihnachten.

Denn dann ist geboren die Liebe, denn dann ist geboren der Friede,

denn dann ist geboren die Freude,

denn dann ist geboren das göttliche Licht in Dir!

Text aus Brasilien

Herzensgrüße Monika Roth
alias WoMoline

  • Lebensberatung – Durch Klarheit ins bewusste Sein
  • Psychologische Astrologie/Astrocoaching,
  • Quantenheilung-Matrixtransformation,
  • Arbeit mit dem Inneren Kind,
  • Aufstellung deines persönlichen Kraftfeldes,
  • Engelarbeit
  • monatlicher Frauenkreis „Im Licht der Mondin“ usw.

Gedanken zur Wintersonnwende

Die Nacht des  21.12. ist die längste und dunkelste Nacht des Jahres.  Die Sonne hat ihren tiefsten Stand erreicht und die Welt scheint den Atem anzuhalten. Die Natur liegt im Tiefschlaf und die Menschen sehnen die Rückkehr des Lichts herbei. Die beiden Kräfte, Licht und Dunkelheit, tragen ihren Kampf um die Vorherrschaft aus. Diese Herrschaftsteilung stellt das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit, Innen und Außen, Wachstum und Rückzug sicher. Diese ständig wechselnde Herrschaft zeigt, dass alles ewig währt und das Rad des Lebens sich beständig weiterdreht.

In der Tiefe dieser Nacht wird das Licht neu geboren. In früheren Zeiten galt die Wintersonnwende auch als Mutternacht, weil man sich vorstellte, dass das Licht durch die Bewegungen im Schoß der Mutter Erde oder der großen Göttin hervorgebracht wird. Es ist eine Zeit der Einkehr, der Stille, der Weihung und Segnung für das, was sich uns im neuen Jahreszyklus offenbaren wird.

„Jupiter und Saturn“, Grafik: Werner J. Neuner

In diesem Jahr bekommt die Wintersonnwende noch eine besondere Qualität – die Konjunktion von Jupiter und Saturn. Die ganze virtuelle Welt quillt über von Heilsbotschaften. Ich bin sehr an das besondere Datum 21.12.2012 erinnert. Manchmal komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus, was manche aus der Esoterik-Szene diesen beiden Gestirnen an Qualitäten zuordnen. Ja ich stimme zu, es ist ein ganz besonderes Ereignis und – das habt ihr alle schon seit langem bemerkt – wir befinden uns in einer herausfordernden aber auch spannenden Zeitqualität. Aber wir können es drehen und wenden wie wir wollen, diese angekündigte, neue heile Welt entsteht nur wenn Heilung in uns selbst stattfindet.

Das, was wir um uns herum erleben, sind nicht „widrige Umstände“, sondern ist das Ergebnis von dem, was in uns selbst stattfindet. Alles, was existiert, entsteht von „innen nach außen“. Das ist eine kosmische Gesetzmäßigkeit!!! Wenn wir eine kollektive Krise im Außen erleben, ist dies das Ergebnis einer kollektiven Krise im Inneren und diese gilt es zu heilen. Wenn du diese Heilung bei dir beginnst, leistest du einen enormen Beitrag zur Heilung der Welt!

Saturn-Jupiter aus meiner Sicht auf den Punkt gebracht: Geh raus aus dem Werten und Urteilen und nimm immer bewusster eine wertfreie Haltung ein, das verändert deine Sichtweise, lässt dich toleranter, offener, großzügiger werden und in deiner Persönlichkeit wachsen. …. zum Beispiel!   

Der heutige Tag ist eine gute Gelegenheit, damit anzufangen, denn die Wintersonnwende dient auch als Vorbereitung auf die Rauhnächte. Wenn in den frühen Abendstunden am südwestlichen Sternenhimmel dieses Ereignis Saturn Konjunktion Jupiter stattfindet, nimm dieses Licht in dir auf bete und meditiere. Danach kannst du das nachfolgende Ritual machen.

Feuerritual:

Wenn du magst, mach ein Ritual zum Loslassen. Geh in dich und schreib auf, was du alles loslassen möchtest. Alte Muster, die dir nicht mehr dienen, Ängste, materiellen Ballast, Menschen, die nicht mehr in dein Leben passen – nimm dir ausreichend Zeit. Dann übergib den Zettel der transformierenden Kraft des Feuers.

Räucherritual:

Nimm eine fertige Räuchermischung oder mische dir selbst eine. Hülle dich in den Rauch ein und bitte darum, dass alles was dir nicht mehr dient, jetzt weiche.

Segenswasser sprengen:

Ich nehme hier immer eine Flasche mit Zerstäuber, mische klares gutes Wasser mit Essenzen und segne es bevor ich mich darin bade und es zerstäube. Dabei lade ich die Liebe und das Segenslicht ein.

Auch wenn es nicht erlaubt ist, dass wir uns sehen, so können wir uns doch miteinander im Herzen verbinden und auf dieser energetischen Ebene zusammen sein.

Ich freue mich auf unsere Begegnung auf dieser Ebene.

Herzensgrüße Monika Roth
alias WoMoline

  • Lebensberatung – Durch Klarheit ins bewusste Sein
  • Psychologische Astrologie/Astrocoaching,
  • Quantenheilung-Matrixtransformation,
  • Arbeit mit dem Inneren Kind,
  • Aufstellung deines persönlichen Kraftfeldes,
  • Engelarbeit
  • monatlicher Frauenkreis „Im Licht der Mondin“ usw.

Gedankenreise in die Adventszeit

Die Zeit rast dahin und  schon ist  der 2. Adventsonntag vorbei. Trotz Corona ist vieles so wie immer. Wie verbringen die meisten Menschen die Zeit bis zur Heiligen Nacht? In der Arbeit muss noch so viel erledigt werden, dann müssen Geschenke eingekauft werden, der Speiseplan fürs Fest muss überlegt werden, dann dekorieren, einkaufen und und, und. Hört sich nicht gerade entspannt an, oder? Warum machen wir aus dieser besinnlichen Zeit so einen Stress?

In meiner  Kindheit sind wir zusammen in den Wald gegangen, haben Tannenzweige gesammelt und unsere Mutter hat den Adventskranz gebunden hat. Die Kerzen und die Schleifen waren immer rot. Die Schleifen waren vom vergangen Jahr und wurden aufgebügelt. Das war immer eine schöne gemeinsame Aktion, an die ich gerne zurückdenke. Dann haben wir jeden Abend in der Stube zusammengesessen, die Kerze/n am Adventskranz angezündet, gesungen und gebetet. Die Zeit war eine andere. Aber letztlich bestimmen wir immer, wie wir unsere wertvolle Lebenszeit mit was verbringen.

Was für einen Sinn hat die Adventszeit?

Das Symbol der Adventszeit ist der Adventskranz – ein Kreis mit vier Kerzen. Verbindet man diese vier Kerzen mit zwei Linien die durch den Mittelpunkt gehen, erhält man ein Symbol was wohl zu den ältesten der Welt zählt. Mal einen Kreis und zieh die Linien durch und du wirst erkennen, wie oft dir dieses Symbol schon begegnet ist.

Ursprünglich haben diese vier Wochen der Adventszeit eine ganz besondere Qualität. Es ist die Zeit, in der wir uns auf die Wiedergeburt des Lichtes, auf die Geburt des göttlichen Kindes in der „Weih-Nacht“ vorbereiten. Das göttliche Kind das jedes Jahr zur Weih-Nacht neu geboren wird, ist das göttliche Kind in jedem von uns!! Symbolisch ist daher die Adventszeit der Spiegel unserer eigenen Entwicklung als Mensch. 

Wir können die Adventszeit auch mit einem 28-Tage-Prozess gleichsetzen. Die vier Sonntage symbolisieren die heilige Zahl Vier, die wir bei den Jahreszeiten, den Himmelsrichtungen und den Elementen wiederfinden. Jede Kerze symbolisiert eine Himmelsrichtung und eines der Elemente und das Anzünden der Kerzen ist zugleich ihre Aktivierung. Die Elemente entsprechen diversen Eigenschaften in uns und wir sind immer wieder aufgefordert, diese zu entwickeln.

Die 1. Kerze steht für das Element Luft – Einheit.  Ein neuer Funke will sich in dir entzünden, du bist heiter, herzlich, natürlich.
Die 1.  Kerze steht auch für die Vergangenheit. Es geht um das Aufräumen, das Entschleunigen, die Seele will sich erholen. Du kannst das vergangene Jahr reflektieren und segnen. Denn alles was war sind deine Erfahrungen und ein Teil deines Lebens.

Die 2. Kerze steht für das Element Wasser – Zweiheit. Du bist mitfühlend, still, sensibel, du fühlst dich und deine Ideen.
Die 2. Kerze steht auch für die Gegenwart, dein Bedürfnis zu sein, dich angenommen fühlen – in erster Linie von dir selbst! – aber auch Geborgenheit und liebevolle Beziehungen zu erfahren.

Die 3. Kerze steht für das Element Feuer – Dreiheit. Du bist begeistert, schöpferisch und du handelst aktiv.
Die 3. Kerze steht auch für die Zukunft. Frage dich: In welchem Selbst- und Gottvertrauen bist du? Denke dabei an die Worte von Jesus: Dir geschieht nach deinem Glauben. Was denkst du über dich und das Leben. Am 1. Advent hast du Vergangenes gesegnet. Egal was grad in deinem Leben ist, denke mit einem inneren Lächeln an die Zukunft und erwarte das Beste was immer das für dich sein mag.

Die 4. Kerze steht für das Element Erde – Ganzheit. Du bist stark, konsequent, gewissenhaft  – aus all den Elementen und Qualitäten können nun die unendlichen Möglichkeiten des Göttlichen aus der Dreiheit entstehen. Am 4. Advent sollten wir in Frieden sein und das Licht in unserem Inneren spüren. Dann sind wir für die Weih-Nacht, in der das göttliche Kind in uns geboren wird, wundervoll vorbereitet.

Du kannst dir überlegen, was du in deinem Leben verändern möchtest, was dich daran hindert und welche neuen Gedanken, welches Gefühl, welche Qualitäten du in diesen 28 Tagen in deinem Leben manifestieren möchtest. Wenn du immer wieder das Symbol des Adventskranzes betrachtest wirst du erkennen, dass der einzige Ort wo du deine Mitte finden kannst, im Zentrum ist.

Ansonsten befinden wir uns mitten in der vorweihnachtlichen Fastenzeit, dem sogenannten Adventsfasten. Das Fasten soll dazu dienen, Körper, Geist und Seele zu reinigen und sich ganz auf das göttliche Ereignis, die Geburt Jesu zu konzentrieren. Deswegen ist die Fastenzeit nicht nur eine Zeit des Verzichts von Nahrungsmitteln, sondern eine Zeit der Reinigung und geistigen Reifung. Vielleicht nehmt ihr euch jeden Tag einige Minuten Zeit nach innen zu gehen, in euer Herz zu atmen und die Verbindung nach oben und nach unten zu fühlen. Lasst euer inneres Licht leuchten und entfacht das heilende und wärmende Feuer in euch. Es ist eine Zeit der Ruhe, der Entschleunigung, der Innenschau, des Los-lassens und des Sein-lassens.

Ich wünsche allen Leserinnen und -lesern, dass diese Anregungen dazu inspirieren, die Adventszeit bewusst als Zeit der Stille und inneren Einkehr zu verbringen.

Herzensgrüße Monika Roth
alias WoMoline

  • Lebensberatung – Durch Klarheit ins bewusste Sein
  • Psychologische Astrologie/Astrocoaching,
  • Quantenheilung-Matrixtransformation,
  • Arbeit mit dem Inneren Kind,
  • Aufstellung deines persönlichen Kraftfeldes,
  • Engelarbeit
  • monatlicher Frauenkreis „Im Licht der Mondin“ usw.

„Schiffchenkino“ in Lenz bei Malchow

Wir fahren weiter nach Malchow. Den Stellplatz, den wir uns ausgesucht haben, ist voll. Also fahren wir ein paar Kilometer weiter nach Lenz, wo wir einen sehr schönen Platz vorfinden. Direkt am Lenzer Hafen und dem Kanal, der den Plauer See mit dem Fleesensee verbindet.

Die 4 km langenlange Strecke nach Malchow führt über eine Holperstrasse, die mit dem Fahrrad nicht wirklich Spaß macht und in der Nacht sogar gefährlich wird. Diese Holperstrecke ist aber kein Hindernis, um uns Malchow nicht anzusehen. Als manchmal Technikbegeisterter muss ich die Drehbrücke in Malchow in Aktion sehen. Den durch die Öffnung der Brücke für die größeren Schiffe erforderlichen Aufenthalt überbrücken wir mit einem großzügig bemessenen Eis. Als die Schiffe durchfahren, werfen die Skipper oder einer ihrer „Untertanen“, einer alten Tradition gehorchend eine Münze auf die Brücke. Das ist das Dankeschön an den Brückenmeister, der die Straße sperrt und die Brücke öffnet und schließt. Früher musste so manches mit „Muskelkraft“ geschehen sein, doch heute hat der Brückenmeister eine komfortable Fernsteuerung und kann seiner Tätigkeit ganz entspannt nachgehen.

Der Ort selbst ist wieder sehr schön in Stand gesetzt worden. Nur das Kopfsteinpflaster bringt mein Hinterteil langsam zur Verzweiflung, obwohl ich meinem Hinterteil einen Gelsattel gegönnt habe.
Wir fahren weiter, hinüber zum Kloster und zur Klosterkirche, in der ein Orgelmuseum eingerichtet wurde. Beides gibt leider nicht viel her und so begnügen wir uns mit ein paar weiteren optischen Eindrücken vom Ort und dem Malchower Hafen. Hier, wie schon in den anderen Orten, findet sich im Hafen kein einziges Fischerboot mehr. Auch dieser Hafen ist ein reiner Yachthafen mit Landungsbrücke für Ausflugsschiffe der Weißen Flotte.

Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch ein Fischbrötchen. Die gibt es hier in allen Variationen. Ob frisch oder geräuchert, frischer geht es nicht. Diesen McPom-Sushi darf man sich nicht entgehen lassen.

Den Rest der drei Tage verbringen wir neben zwei kleinen Radtouren am See entlang mit Dolce Vita und „Kanalschauen“. Ständig versuchen Enten und Schwäne die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und etwas fressbares zu erbetteln. Dazu wackeln sie kokett mit dem Schwanz, putzen sich wie eine Filmdiva vor ihrem Schminktisch, oder führen (und das ist besonders effektiv) ihren Nachwuchs vor. Auch wir werden unseren Bestand an trocken Brot los. 😉

Ständig fahren Boote von links nach rechts und von rechts nach links. Kleine Boote, große Boote, Boote mit posierenden Bikinischönheiten auf dem Vorderschiff und Blondinen auf dem Schoß des Skippers. Ich konnte mir bisher gar nicht vorstellen, wie kurzweilig ein solches Kanalkino sein kann. Und wer unbedingt das Ganze von der Wasserseite aus erleben möchte, kein Problem, überall finden sich Vermieter von führerscheinfreien Booten.
Es ist auch möglich ohne Bootsführerschein eine größere Yacht oder ein Hausboot zu chartern. Lediglich eine etwa 3-stündige Einweisung ist dafür erforderlich. Nun ja, und ganz billig ist dieser Spaß auch nicht. Nähere Auskünfte gibt es bei der Werft oder dem Charterer ihres Vertrauens! Die Fremdenverkehrsämter oder das Internet helfen gerne weiter.

Ab und an sieht man eines von diesen kuriosen Hausbooten, auf denen ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil steht. Wer unbedingt im eigenen Bett auf dem Wasser schlafen will;
Geht nicht – Gibt’s nicht!

Wir begnügen uns mit amüsiertem Glotzen in unseren Campingstühlen und einem Cocktail in der Hand.

Und dann noch ein Tipp: Hier in Malchow gibt es im ehemaligen Filmpalast ein Museum zum DDR-Alltag mit viel Kuriosem, das auch die älteren Wessis (die Ossis sowieso) wiedererkennen werden. Ich empfehle selten Museen, aber hier mache ich bei schlechtem Wetter eine Ausnahme ;-).

Perspektivwechsel: Landblick von einer Müritz-Yacht

In Rechlin sind wir mir Bekannten verabredet, die dort ein „riesiges“ Hausboot liegen haben. Es ist wohl eher ein Schiff aus Stahl und Holz, keine Plastikschüssel, mit zwei Dieselmotoren, die einem modernen Sattelschlepper die Schau stehlen können, nicht nur was die Leistung angeht, sondern auch beim Sound der zu den 17t Gewicht passt.

Wir fahren hinaus über den See zur kleinen Müritz und diese hinauf. Wir lernen das Land von einer ganz anderen Seite, der Seeseite, kennen. Eine wunderschöne Seenlandschaft. Schilfzonen wechseln ab mit üppigem Baumbewuchs, der mich manchmal an Bilder von Mangrovengebieten erinnert. Immer wieder tauchen Gruppen von kleinen Bootshäusern auf. Sie sehen aus wie die Pfahlbauten am Amazonas. Wir taufen die kleine Müritz um zum: „Deutschen Amazonas“. Nur Piranias und Krokodile müssen wir hier nicht fürchten.

Müritz – Bootsfahrt

Wir wollen in einer Badebucht ankern, doch der niedrige Wasserstand in diesem Jahr vereitelt dieses Vorhaben. Wir setzen die Landschaftserlebnisfahrt fort.
Ich darf auch mal ans Steuer. Es ist ein gemächliches dahingleiten. Dennoch ist ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erforderlich. Sehr viel vorausschauendes Handeln ist nötig, um sicher um die Biegungen und Untiefen, als auch um Segler und Kanuten herumzusteuern. Auch können Schwimmer auftauchen (und die sind in der glitzernden Wasserfläche ganz schwer auszumachen), die in den Fahrweg einfach nicht hinein gehören, aber trotzdem da sein können.

Müritz – Bootsfahrt

Am Abend, nach dem Zubereiten eines guten Essens in der Kombüse, lassen wir den Abend mit Sekt und Rotwein ausklingen. Dabei wird mir der Goldene Störtebeker Bierdeckel für die erfolgreiche Erststeuerung eines Müritz-Riesen verliehen. Ganz stolz liege ich an diesem Abend in unserer Koje.

Noch ein Oldtimer

Nachdem uns vor ein paar Tagen in Senftenberg/Lausitz ein seltener Oldtimer begegnete, stolpern wir in Coburg gestern wiederum über einen nostalgischen „Ami-Schlitten“ aber diesmal viel grösser!

gesehen in Coburg

Den als Wohnmobil ausgebaut – das wäre die Show schlechthin. Aber den Sprit will ich nicht bezahlen. 😊😊😊😊 Und wo stellt man den ab?
Auf dem Marktplatz übernachten ist auch nicht so mein Ding.😉😊😉😁