Von Lahr zum Kaiserstuhl

7:30 Uhr. Wir lassen Licht ins Mobil. Alles ist eingenebelt. Alles Grau in Grau. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Wo ist der Goldene Herbst? Wo ist der Indian Summer?
Wir brechen von Lahr auf in Richtung Kaiserstuhl, wählen aber eine Route durch den westlichen Rand des Schwarzwaldes.Wir fahren über Seelbach und Schuttertal nach Ettenheim. Je weiter wir in den Schwarzwald hinein kommen, um so mehr lichtet sich der Nebel. Und da ist er! Der Indian Summer. Diese Farben und Farbkombinationen gibt es nicht nur in Kanada. Nein, die gibt es auch hier, hier im Schwarzwald! Man braucht nicht 8000 km nach Kanada zu fliegen.☺ Vor lauter Freude über das Farbenspiel vergesse ich das Fotografieren.

Endingen1Ehe wir uns versehen sind wir schon wieder am Rande der Rheinebene. Der Himmel ist nicht mehr so klar und das Licht ist fahl, die Farben matt… Es tut mir irgendwie in den Augen weh! Wir steuern einen Platz in Endingen am nördlichen Ende des Kaiserstuhls an, packen die Fahrräder aus und radeln los. Wir radeln am Fuße des Kaiserstuhls entlang an nicht enden wollenden Obst- und Gemüsefeldern. Endingen2Das meiste ist bereits abgeerntet. Nur vereinzelt sehen wir noch Apfelbaumreihen an denen noch dunkelrote Äpfel hängen. Bei den Gemüsefeldern gibt es nur noch einige Kohlköpfe und Kürbise zu ernten. Endingen3In einiger Entfernung können wir in dem uns blendenden Licht der Abendsonne die Weinterrassen des Kaiserstuhls nur erahnen.

Richtig Freude will nicht aufkommen, denn der Fahrtwind ist kalt und ich ärgere mich, dass ich auf die wärmere Jacke verzichtet habe. Zurück am Übernachtungsplatz gibt’s einen Riesen-Cappuccino, der etwas entschädigt. Der Plan ist, am nächsten Tag in den Weingärten des Kaiserstuhls zu wandern. Doch es wird anders kommen. Wir wissen es nur noch nicht.

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Starenkasten auch für Fußgänger?

Fussgängergeschwindigkeitsüberwachung LahrBaden Württemberg ist für mich schon seit langem das „Starenkästenland“. Ich meine damit die grauen Dinger mit rotem Blitzlicht, die bei Stadtkämmerern sehr beliebt, weil einträglich für die Stadtkasse sind.

Das Stadtkämmerer nun auch Jagd auf zu schnell laufende Fußgänger machen ist mir aber neu.
In Lahr/Schwarzwald steht doch tatsächlich ein Starenkasten neuester Bauart im Bereich der Fußgängerzone! „Was soll denn das?“ frage ich mich. Ich umrunde dieses Ding mit ungläubigem Blick. Ich schüttle den Kopf um zu überprüfen, dass ich auch nicht träume. Noch immer kann ich es nicht glauben. Ich zwicke mich in meinen Allerwertesten. Ja, ich träume nicht. Das ist kein bizarrer Traum. In der Fußgängerzone steht doch tatsächlich ein Blitzer…

Daran knüpfen sich einige „lebenswichtige“ Fragen für Fußgänger:

1. Ist die Laufgeschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit begrenzt? Oder ist schnelles Gehen oder langsames Rennen noch erlaubt?
2. Wie schnell darf man laufen, ohne geblitzt zu werden? Wieviel Meßtoleranz wird abgezogen?
3. Braucht man als Fußgänger ein Nummernschild, um eindeutig identifizierbar zu sein? Und wo muss man das Nummernschild beantragen?
4. Was passiert, wenn man ohne Nummernschild geblitzt wird?
5. Wie hoch sind die Bußgelder für zu schnelles Laufen?
6. Ab wieviel km/h Geschwindigkeitsübertretung droht der Entzug der Lauferlaubnis? Für wie lange?

Für unsere älteren Mitbürger wäre es sicher auch interessant zu wissen, ob die Regeln auch für Menschen mit Rolator gelten… usw usw.

Einen Selbstversuch zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit und zum Herausfinden ab welcher Geschwindigkeit das Monstrum blitzt, habe ich unterlassen, denn ich ich wollte eine Ausschreibung meiner Person zur Fahndung vermeiden. 😉

Also wer nach Lahr fährt dem sei angeraten, seinen Schrittzähler im Auge zu behalten!

Badische Weinstraße im Spätherbst

Durbach1Die Weinlese ist weitestgehend vorbei. Nur noch ganz späte Sorten und die Trauben für den Eiswein hängen noch. Das satte Grün der Reben hat sich zu einem helleren gelbgrün gewandelt. Durbach2Einzelne Rebstockreihen haben die herbstlich rotbraune Farbe angenommen.
In Richtung Rheinebene haben die Obstbäume ihr Herbstkleid angelegt.
Durbach3In der Nacht ist Nebel aus der Rheinebene aufgestiegen. Er hat aber die Seitentäler des Schwarzwaldes nicht erreicht. So weckt uns die Sonne in Durbach. Als wir weiter Richtung Ortenberg fahren, sehen wir nicht einmal das normalerweise von der Straße gut sichtbare Ortenberger Schloß. Es ist komplett vom Nebel eingehüllt. Nach und nach löst die Herbstsonne den Nebel auf und wir können die Ortenau in herbstlichen Farben genießen. Wir folgen der Badischen Weinstraße, durchfahren Friesenheim und steuern Lahr an.
Seit mehr als 10 Jahren findet in Lahr die Chrisantema statt. Lahr1Die ganze Innenstadt ist mit Chrisantemen geschmückt und es gibt darüber hinaus ein kulturelles und musikalisches Rahmenprogramm das nicht nur Einheimische anlockt, was man an den Kennzeichen etlicher geparkter Reisebusse erkennen kann. Lahr2Besonders stimmungsvoll wirken die Blumenarrangements an Häuserfassaden, vor Toren und Eingängen und auf öffentlichen Plätzen der Fußgängerzone am Abend wenn sie durch farbiges Licht angestrahlt werden.

Natürlich fehlt auch eine Bühne mit Livemusik und Verkaufsstände nicht, die von Flaschenbier über Creps bis Glühwein alles anbieten, was entwerder lustig macht, Hunger vertreibt oder einfach wärmt.

Wir treffen eine Cousine von WoMoline mit ihrer Familie und lassen uns gemeinsam von der fröhlichen Stimmung mitreißen.