Landyachting

Landyaching – was wir darunter verstehen

Man könnte Landyachting in erster Näherung auch als Wohnmobilreisen oder Reisen mit dem Wohnmobil bezeichnen. Da steckt aber für uns „etwas zu viel Camping drin.“ Daher suchten wir nach einem anderen Wort.
Bei der Suche erinnerte ich mich an einen Bekannten aus meinen Jugendtagen. Er war Lehrer und begeisterter Segler und erzählte oft von seinen Segeltörns mit der Familie im Mittelmeer. Dabei drehten sich seine Erzählungen weniger um das Segeln an sich oder um seine Familie, sondern es war Ausdruck einer tiefen Neugier auf Natur und Landschaft, Kultur und Lebensweise der Menschen, auf aktiv sein und Genuss mit allen Sinnen. Er nannte diese Reiseform, von Hafen zur Meeresbucht, von der einsamen Bucht zu einer Insel, vom Yachthafen zum Fischerdorf gerne „Insel-hopping“ oder kurz auch „Yachting“. Was er mit einem Segelboot aus dem Blickwinkel des Skippers machte, das wollen wir nun aus dem Blickwinkel einer Landratte tun und unser Vehikel ist keine Segelyacht sondern ein Wohnmobil.

Als Name für den Blog fanden wir in Analogie zu meinen Erinnerungen „Stellplatz-hopping“ nicht gerade prickelnd, aber „Landyachting“ gefiel uns recht gut und schien unser Anliegen gut zu beschreiben:
Mit der Neugier eines Entdeckers, Landschaften und Städte bestaunen, Land und Leute kennen lernen, Sport, Geselligkeit, Aktivität, Wellness und die lokale Kulinarik genießen, auch abseits der großen Touristenströme. Dies möglicht unabhängig von äußeren Zwängen tun, mit freier Zeiteinteilung und die eigenen Bedürfnisse respektierend, ist für uns Landyachting. Darin ist für uns auch ein gewisses Niveau an Comfort enthalten. Reine Zweckmäßigkeit a la VW-Bus ist uns dabei zu wenig. Für andere mag das aber ok sein; und das ist dann auch in Ordnung.

Doch, oh Schreck, wir mussten feststellen, dass der Begriff in England für Strandsegeln verwendet wird und synonym für sand yachting steht. Aber ok – wir haben in der deutschen Sprache schon häufiger englische Begriffe nicht nur eingedeutscht sondern auch umgedeutet. Und bei dem Begriff „Handy“ ist es uns sogar gelungen einen englischen Begriff den es gar nicht gibt einzudeutschen!

Außerdem hat ein deutscher Verlag den Bergriff Landyachting schon ausgesucht um seine Zeitschrift und seine Bildreiseführer speziell für Wohnmobilfahrer einen Namen zu geben. Wir sehen hier durchaus Parallelen zu unserem Anliegen und unserer Betrachtungsweise. Und die Produkte scheinen gut und aufwendig gemacht zu sein.
In einem Punkt unterscheidet sich unsere Sicht von der des Verlags: Die Positionierung auf Exklusivität und gehobenes Preisniveau (wie es vielleicht auch schon der enthaltene Begriff „Yacht“ suggeriert) sehen wir ausdrücklich nicht!!!
Der Begriff Landyachting stellt für uns eine Lebens(abschnitts)philosophie – eine innere Haltung – dar, unabhängig von Geldbeutel und Statussymbolen.

Der Unterschied zwischen einem Gourmet und einem Vielfraß mit zweifelhaften Manieren besteht auch nicht im finanziellen Background, sondern in der inneren Haltung zum Essen und Genuss.

Für kurze Zeit existierte schon ein Blog mit dem Namensbestandteil Landyachting… . Leider wurde mit juristischen Mitteln, (wir vermuten den Versuch der Anwaltsabzocke) der Blog gesperrt, wegen angeblicher Markenrechtsverletzung.
Wir haben drei mal kräftig gelacht. Den Schriftzug, Logo oder Ähnliches haben wir nicht benutzt. Fällt als Begründung also aus. Auf diesen Namen ist auch keine Marke eingetragen. Fällt als Begründung also auch aus. Und der dritte Lacher? Mir ist bisher noch nicht unter gekommen, dass sich jemand einen allgemeinen Bergriff z.B. aus dem Duden als Marke hätte schützen lassen können.

Da kommt mir ein abstruser Gedanke in den Kopf:

Es könnte ja unsere Bundesregierung auf die Idee kommen, sich z.B. den Begriff PEGIDA schützen zu lassen und dann einfach jedem unter Strafandrohung verbieten den Begriff zu benutzen – jedem Politiker (egal ob aus dem gegnerischen oder dem eigenen Lager kommend), jedem Journalisten und letztlich auch jedem Bürger.
Und was hat die Bundesregierung damit erreicht? Ganz einfach: Das Problem PEGIDA existiert nicht mehr. Ist einfach weg; und keiner muss sich mehr damit beschäftigen. Ist doch klasse. Oder?!
Und für ein paar Juristen gibt’s auch noch ein bisschen Arbeit, Umsatz und Einkommen, denn die kümmern sich dann um die immer mal wieder auftretenden Unverbesserlichen.

Oder noch besser: Die Bundesregierung lässt sich gleich die Begriffe Gregxit EURO und Währungsunion schützen; und zur Sicherheit auch noch den Begriff Staatspleite. Angela Merkel könnte dann locker auf Habtagsjob reduzieren.😉

Wir haben es nicht auf ein Kräftemessen ankommen lassen. Wozu auch … Die Gedanken sind frei; und daran können der Verlag und die Anwälte nichts ändern.

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8 Gedanken zu “Landyachting

  1. Ich finde den Begriff auch schlicht genial!
    Ich habe gerade mal beim Markenregister recherchiert, in der Tat, der Name ist seit Dez. 2014 geschütz!
    Und zwar u.A. für Zeitschriften und elektronischen Publikationen. Da LandYachtig kein Eigenname ist, sondern reine Fantasy, kann der geschützt werden.
    So lange Du den Begriff hier als reine Form des Reisens nur für Dich/Euch verwendest, dürfte das ok sein.
    Eine Domain ist da schon kritisch und das sogar mit Recht. Wenn jemand ein Produkt unter einem geschützten Namen verkaufen möchte, wäre es schon ärgerlich, wenn dann jemand Anderes die Domain verwendet. Das würde die Marke ad absurdum führen. Schau mal unter landyachting.de was es da gibt.

    P.S. Pegida wurde mehrfach versucht einzutragen, immer abgelehnt…

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  2. Landyachting ist ein herrlicher Begriff! Kann schon verstehen, dass sich das manch einer schützen will, ohne leider der erste gewesen zu sein… Nicht schön.
    Ich lese den Begriff das erste Mal und stehe voll und ganz hinter Eurer Auffassung. Es muss nicht die „Yacht“ sein. Aber die Reisefreiheit!

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      • 😉 Wer gerne ein Dach über dem Kopf zum Schlafen hat, erlebt die größte Freiheit wirklich in einem Wohnmobil. Ich weiß gar nicht, warum mir noch immer diese Erfahrung fehlt! Ich muss das wirklich auch machen. Ihr habt so tolle Berichte! Danke für die Inspirationen!

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      • Oh, danke für das Kompliment. Ich darf das Gleiche auch Dir und deinem Blog bescheinigen 😊.
        Du hast recht mit der Freiheit. Sie scheint grenzenlos im WoMo zu sein. Das Gleiche gilt im übrigen auch für ein kleines Schiffchen oder Segelboot, wenn man mit der Schaukelei klar kommt☺.
        Wir genießen vor allem die Reduzierung der alltäglichen Abhängigkeiten auf ein Minimum und die Konzentration auf das Wesentliche in unserem Leben: nämlich auf uns und unserem Hunger die Schönheit unserer Welt zu entdecken und zu genießen.
        Viele Grüße über den Teich
        WoMolix und WoMoline

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  3. Hallo, gut, dass ihr in unseren Blog geschaut und das „Gefällt mir“ vergeben habt.So sind wir auf eure Seite gestoßen und werden bestimmt wieder reinschauen, denn es gefällt uns, was ihr schreibt. Gut auch, dass es Lehrer gibt, die Kinder (wie euch) auf gute Ideen wie „Landyachting“ bringen. Vielleicht machen wir das auch, wenn wir vom Steg nicht mehr auf´s Schiff hochkrabbeln können.
    Sonnige Grüße aus Altea/Spanien und vielleicht treffen wir uns mal in einem Mittelmeerhafen

    Christine und Heinz von der Anima mea

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    • Hallo ihr zwei,
      Lasst euch mit dem umsteigen zum Landyachting noch möglichst lange Zeit… wir möchten noch mehr aus der Hafenperspektive lesen☺.
      Ich habe an der Müritz in diesem Sommer das „Störtebeker-Diplom“ auf einem 17t Schiffchen gemacht. Nun ja, ich durfte mal am „Lenkrad“ drehen; das wars dann aber auch schon 😂😂😂😂.
      Wir freuen uns wenn ihr mitlest.

      LG Womolix und Womoline

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