Albanien – Versuch eines Fazits

Ein lesenswerter Artikel von herrjeh99 über Albanien im Allgemeinen und den sich entwickelnden Tourismus im Besonderen, macht mich sehr nachdenklich über die Zukunft des Reisens. Wie lange wird es dauern, bis geschäftstüchtige Reiseveranstalter die Ursprünglichkeit eines Landes durch ihr tourismusentwickelndes Engagement zerstört haben? Wie lange wird es dauern, bis es zu einer Schnitzeljagd wird um noch die letzten ursprünglichen Ecken in einem Land zu finden?

Und dann stellt sich mir die Frage, was wir Reiseblogger dazu beitragen, dass dieses Sozial- und Kulturerbe durch Gewinninteressen einiger Weniger zerstört wird, indem wir Blogger darüber berichten und viele Menschen auf ein solches Land oder Region aufmerksam machen.

Diese Menschen suchen vielleicht das, was herrjeh99 beschreibt. Doch waren die Tourismusentwickler von TUI, DER und Co. erst einmal da, dann bekommen die Touristen nur noch eine Folkloreshow geboten, die etwas mit Mythen und Yellow-Press-heile-Welt zu tun hat, aber nichts mit der Ursprünglichkeit und Liebenswürdigkeit der Menschen und der Region.

Albanien – Versuch eines Fazits

Albanien war vor mehr als einem Jahr nichts weiter als ein Wort, ein Begriff für uns. Irgendwo „hinter“ dem ehemaligen Jugoslawien, aber noch „vor“ Griechenland. Einzige Erinnerung – der Anblick vieler hoher und recht kahler Berge von Bord eines Fährschiffes nach Korfu …

Ein homogenes Fazit zu vier Wochen im Land ist schwer, es treffen so viele Dinge zusammen: die herzliche Freundlichkeit der Menschen, typisches „Südeuropäertum“, in vielem Chaos und Unfertiges, grandiose Natur,  .. die Aufzählung ließe sich weiterführen.

Die Natur zwischen dem Ionischen Meer im Westen und den Gebirgen in allen anderen Himmelsrichtungen zu beschreiben überlasse ich Menschen, die der Sprache mächtiger sind als ich. Wir staunten oft, vor allem ob der Berge und der Vielzahl ihrer Erscheinungen. Bedingt durch die Langsamkeit des Reisens (es gab Tage, da machte unser Wohnmobil im Schnitt 25 kmh) wurden wir noch langsamer, hielten öfter an. In Albanien findet sich für Naturliebhaber alles von alpinem Hochgebirge mit Bergseen über Mittelgebirge bis hin zu unterschiedlichen Stränden.

Der Umgang mit uns als Touristen war überall von zwei Dingen geprägt: Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft – oft wenn wir sie (noch) gar nicht in Anspruch nehmen wollten, ohne je aufdringlich zu sein. Und Korrektheit. Jawohl. Auch wenn dieses Wort so gar nicht zum oben angeführten südeuropäischem Flair passen mag – immer wurde Wert darauf gelegt. Wechselgeld bis zum letzten Lek vorzählen, Kassenbelege aushändigen, keine überhöhten Touristenpreise – die „Fremden“ werden geschätzt und sollen ein gutes Gefühl haben.
Und von der Idee, die hier hinter dem Begriff „Tourismus“ steckt kann sich manch anderer „Tourismus“betrieb im Rest Europas eine dicke Scheibe abschneiden. Hier verbindet sich das Geld-verdienen der Einheimischen immer auf höchst angenehme Art und Weise mit Gastfreundschaft.

Vor der Reise fragte uns gefühlt jeder: Ist Albanien denn sicher? Ja, es ist von allen Ländern, in denen wir bisher waren, das sicherste Land, um mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Zumindest empfanden wir das so. Nirgendwo hat man dieses bekannt-komische Gefühl, wenn man das Fahrzeug abschließt und weggeht, nicht auf Stell- oder Campingplätzen, aber auch nicht in Städten oder in der „Pampa“. Aber auch die Begegnungen am Wohnmobil selber – seien es kiffende Jugendlich in der Nacht, die neben einem parken, oder neugierige Hirtenjungen, die sich vorsichtig annähern und radebrechend ins Gespräch kommen wollen – nichts davon macht auch nur den Anschein, unangenehm oder gar gefährlich sein zu können.

An manchen Stellen im Lande hat man das Gefühl, dass Turbo-Kapitalismus auf Spät-Feudalismus trifft. Küstenstädte wie Saranda oder Durres wirken mit all ihren Bausünden nicht anders als ähnliche Städte am ganzen Mittelmeer, hier ist die Idee eines sanften Tourismus längst unterm Beton begraben. Auch die massiven Eingriffe ausländischer Investoren im Land (China, Türkei), die nicht nur Staudämme, Eisenbahnen und anderes bauen, sondern auch noch das Geld gleich mitbringen, lassen viele Fragezeichen entstehen. Gerade im Tourismus, der eine wichtige Einnahmequelle des Landes ist, wird die Frage sein, was in den nächsten 10 Jahren passiert. Die Infrastruktur des Landes verbessert sich zusehends und so werden die Verlockungen des Massentourismus sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Was bleibt noch in Erinnerung? Ein – auf Grund der Geschichte – ziemlich entspannter Umgang mit Religionen, die offensichtlich in bester Nachbarschaft und ohne größere Konflikte nebeneinander bestehen. Und ein ebenso – zumindest soweit wir es erlebt haben – entspannter Umgang mit der „Unterschiedlichkeit“. Zum Einen scheint es den Einheimischen recht egal zu sein, ob der Mercedes, der irgendwann in den 80ern in Deutschland gebaut wurde, 150.000 oder 850.000  km auf dem Buckel hat – Hauptsache, er fährt! Und zum Anderen – ob einer Grieche ist und in Albanien lebt und 20 Jahre in Italien gearbeitet hat, ob er mit Verwandten griechisch spricht, mit Gästen deutsch und im Ort eben albanisch – alles nicht soo wichtig, und vor allem auch gar kein Thema!

Wir werden, um auf das Thema „Tourist“ zurück zu kommen als selbige zurückkommen. Und zwar schon nach einem Jahr. Albanien wird auch dann wieder ein ideales Reiseziel für uns sein, weil es auf recht wenig Raum so vielfältig ist, und weil es ein Land zum Sich-Wohlfühlen ist

Herrjeh99

Albanien war vor mehr als einem Jahr nichts weiter als ein Wort, ein Begriff für uns. Irgendwo „hinter“ dem ehemaligen Jugoslawien, aber noch „vor“ Griechenland. Einzige Erinnerung – der Anblick vieler hoher und recht kahler Berge von Bord eines Fährschiffes nach Korfu …

Ein homogenes Fazit zu vier Wochen im Land ist schwer, es treffen so viele Dinge zusammen: die herzliche Freundlichkeit der Menschen, typisches „Südeuropäertum“, in vielem Chaos und Unfertiges, grandiose Natur,  .. die Aufzählung ließe sich weiterführen.

Die Natur zwischen dem Ionischen Meer im Westen und den Gebirgen in allen anderen Himmelsrichtungen zu beschreiben überlasse ich Menschen, die der Sprache mächtiger sind als ich. Wir staunten oft, vor allem ob der Berge und der Vielzahl ihrer Erscheinungen. Bedingt durch die Langsamkeit des Reisens (es gab Tage, da machte unser Wohnmobil im Schnitt 25 kmh) wurden wir noch langsamer, hielten öfter an. In Albanien findet sich für Naturliebhaber alles…

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