Neustrelitz – Eine spätbarocke Stadtanlage

Auf dem Weg zum Wohnmobilstellplatz durchfahren wir die Stadt und uns fällt, wie schon in Fürstenberg, die Pflasterung mit „Flusssteinen“ auf. Wenigstens die Fahrwege wurden davon verschont. Für Fußgängerinnen ist das aber ein absoluter High-Heel-Killer.

Flusssteinpflaster

Auch unser Wohnmobil mag das gar nicht. Der gerade erst reparierte rechte Seitenspiegel lässt uns das deutlich wissen: er quietscht wieder, wie vor der Reparatur. 😉 Das (mit den Flusssteinen) mag vielleicht dem historischen Vorbild sehr nahe kommen oder entsprechen – wie wir finden, passt dies aber nicht mehr in die heutige Zeit, Denkmalschutz hin oder her. Wir fahren ja heute auch nicht mit einem Ochsengespann auf den Markt-Platz am Freiburger Münster, bloß weil es dem historischen Bild näher kommt als die heute üblichen Transportfahrzeuge wie Fiat Ducato, Mercedes-Sprinter und Co.
Hier wurde unsinniger Weise viel Aufbau-Ost-Geld, im wahrsten Sinne des Wortes, im Boden versenkt. Das hätte sinnvoller angelegt werden können.

Wenigstens hat man hier in Neustrelitz auf den Fahrbahnen auf die Flusssteine verzichtet.

Der Stadthafen ist ein Schmuckstück geworden

Der Stadthafen am Zierker See ist das Tor zur Havelwasserstraße und in die Seenplatte. Hier liegt auch der Wohnmobilstellplatz, der, wie die Bootsliegeplätze, vom Hafenmeister betreut werden. Eingerahmt ist der alte Stadthafen von alten Speicherhäusern. Es ist das erste Mal, dass mir bewusst auffällt, das eine alte Industriebrache, die es in der ehemaligen DDR noch zuhauf gibt, liebevoll restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt wurde. (Zugegeben, es sind keine Industriebauten aus der DDR-Zeit sondern aus der Gründerzeit der Stadt und damit eher ein kulturhistorisches Erbe.) Aus den Speicherhäusern wurde ein Hotel und Wohnungen, die von Einheimischen und nicht von Geld-Wessis bewohnt werden. Der Stadthafen dient heute als Anlegestelle für Hausboot -Touristen, von denen wiederum die umliegenden Hafenrestaurants und Cafés profitieren.

Ausflug in die nähere Umgebung

Wir machen eine Fahrradtour am See entlang. Hier finden wir alsbald Industriebrachen jüngeren Datums, um die sich offensichtlich keiner kümmert. Eine Hinterlassenschaft der Wende, die wir immer wieder im Osten gesehen haben. In Gesprächen mit Ortskundigen, die wir darauf ansprechen, wird uns erklärt, dass so manches Grundstück immer noch brach liegt, weil Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind.  Und das 30 Jahre nach der Wiedervereinigung? Ich mag das fast nicht glauben – aber es scheint, vielleicht nicht bei allen (Industrie-)Brachen, so zu sein. Sicher gibt es auch noch andere Gründe, wie der rabiate „Kahlschlag-Umbau“ von Kanzler Kohl der zu blühenden Landschaften führen sollte. Ja, es gibt diese „blühenden Landschaften“ wenn man bei der Reise durch die Blühenden Landschaften immer im rechten Moment ein Nickerchen macht! – Dann, wenn man an den abgewickelten Betrieben vorbei fährt.

Unterwegs begegnen uns aber auch ehemals herrschaftliche Villen, die von früherem Reichtum künden.

Eine Illusion lässt uns inne halten

Und dann bleiben wir vor einem Hotel verdutzt stehen und trauen unseren Augen nicht. Mitten in der eher trist wirkenden Umgebung eine Hofeinfahrt zu einem idyllisch wirkenden mittelalterlichen Hotelanlage…
… oder doch nicht – ist das alles nur eine Illusion?

Wir müssen schon drei mal hinschauen, bevor wir Illusion und Wirklichkeit von einander unterscheiden können.
Auf jeden Fall haben die Macher des Fachwerk-Graffiti ihr Ziel erreicht: Sie haben die Aufmerksamkeit der Vorbeikommenden auf ihr Werk und damit auf das Hotel gezogen, wo sonst der Blick einfach vorbei gerauscht wäre.

Zurück in die Zukunft des Spätbarock

Auf dem Rückweg fahren wir durch die Stadt und verbotener Weise durch den Schlossgarten. Die frühere Residenzstadt der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz wurde im Spätbarock gegründet. Dem entsprechend herrscht in der weitgehend erhaltenen historischen Bausubstanz die Architektur und Gartenkunst des 18. und 19. Jahrhunderts vor. Sehenswert sind die Schlosskirche und die Orangerie, ein schöner klassizistischer Gartensalon, der heute als Restaurant genutzt wird.

Einen Tag Seele baumeln lassen

Wir sind ja nicht auf der Flucht – also dürfen wir auch mal einen Tag nichts tun, so meint es zumindest WoMoline. Die Gelegenheit ist günstig, denn einen solchen mustergültigen WoMoStellplatz findet man nicht jeden Tag. Sogar mit „begrüntem Vorgarten“. Hier hat man tatsächlich ca. 3 m breite Parkbuchten für die Wohnmobile geschaffen an denen, durch Bordsteine getrennt, Rasenflächen mit etwa doppelter Markisenbreite angrenzen. Und diese werden auch regelmäßig gemäht. Herzlichen Dank an die Verantwortlichen der Stadt.

Zu einem Relaxingtag gehört natürlich auch etwas Gutes zum Essen. Und das hat WoMoline aus den Resten im Kühschrank gezaubert:
frisches Pfifferlings-Zucchini-Ragout mit selbst gemachten Semmelknödeln.

Eine Begebenheit zum Schmunzeln

Auf dem Wohnmobilstellplatz, der gut besucht ist, steht ein älteres Wohnmobil mit etwas derben Bewohnern und einem nervig, dauerkläffenden Hund. Dieser Hund verbellt alles was vorbei kommt – ob Nachbarn, andere Hunde, Enten, einfach alles. Die Besitzer werden dem Gekläff einfach nicht Herr und machen aus der Not eine Tugend. Sie feuern das Gekläff auch noch an, was wiederum zu umliegendem Kopfschütteln führt. Einige stellen sich sogar in Sichtweite der Hundebesitzer auf und drücken mit verschränkten Armen und starrem Blick ihr Missfallen aus. Das führt aber zu keinerlei Reaktion. Angesprochen hat die Hundebesitzer aber auch niemand. Manchmal muss man solche Zeitgenossen ertragen, oder den Standort wechseln. Das haben wir auch am nächsten Tag getan.

Beschaulichkeit im Norden Brandenburgs

Werder an der Havel ist nicht weit weg von Schloss Sanssouci. Als wir das letzte Mal in Berlin waren, haben wir auf der Rückfahrt Potsdam und dieses Schloss besucht, aber die Zeit, die uns zur Verfügung stand, war viel zu kurz. So überlegen wir, ob das eine Gelegenheit wäre dies nachzuholen. Nach kurzer Überlegung befinden wir aber einstimmig: Uns steht jetzt der Sinn nicht nach Preußen und geschichtspolitischen Geistesergüssen.

Also fahren wir weiter nach Fürstenberg. Wiesen und Felder säumen unseren Weg. Und – immer wieder Alleen. Die Alleen scheinen ein Kennzeichen der Verbindungswege in dieser Region zu sein. Sie spenden Schatten, sorgen für einen Windschutz und geben in diesem flachen Land Orientierung.

Fürstenberg/Havel ist eine Stadt an der Oberhavel und liegt im Norden Brandenburgs. Wegen der Vielzahl an Seen, Flüssen und Bächen, die die Stadt prägen, führt Fürstenberg auch die Zusatzbezeichnung Wasserstadt. Es gibt gleich drei Stadtseen, die alle irgendwie mit einander verbunden sind. Fürstenberg ist landschaftlich idyllisch gelegen wie wir bei der Anfahrt feststellen können. Der Ort selbst wirkt eher beschaulich und schön renoviert. Sonst scheint es nicht allzu viel zu sehen zu geben. Der Bär tobt woanders. Den Schildern nach zu urteilen, ist dieses Gebiet ein gut erschlossenes Radwandergebiet. Ebenso dürfte Flusswandern mit Kanu oder Kajak, wie wir beobachten können, hier im Trend liegen. Abseits der großen Touristenströme kann man sicher gut seine Seele baumeln lassen. Wie das allerdings ist, wenn am Wochenende die Berliner „einfallen“, Berlin liegt schließlich nur einen Katzensprung entfernt, weiß ich nicht. Nichts lässt darauf schließen, dass es hier zugeht wie im Falle Münchens am Starnberger See, oder am Tegernsee.

Wir fahren nach einem Stück Kuchen und einem Cappuccino weiter nach Neustrelitz, denn wir sind ja noch nicht in McPom, sondern am nördlichen Ende Brandenburgs.

„Frei Stehen“ mit dem Wohnmobil

Frei stehen mit dem Wohnmobil ist in der Gemeinde der Wohnmobilisten eine umstrittene Angelegenheit.

In einigen Ländern oder Landesteilen (z.B. in Teilen von Österreich oder in den Niederlanden) ist es verboten. Andere Länder tolerieren es. In Deutschland gilt die Faustregel: Eine Nacht geht immer, mit dem Argument der Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit, wenn das Fahrzeug den geltenden Regeln entsprechend den abgestellt ist. (Inzwischen versuchen Gerichte vereinzelt diese Faustregel aufzuweichen. Ich halte das aber eher für Ausreißer von der Faustregel).

Die Regelungen sind nicht immer ganz klar, ja manchmal sogar widersprüchlich. Selbst Ordnungshüter haben mit der Gesetzes- und Verordnungsauslegung Schwierigkeiten. Es mag zwar interessant sein einen juristischen Diskurs über das Freistehen, notfalls sogar vor Gericht, zu führen, in der konkreten Situation hilft das aber nicht weiter. Man hat die gültigen Rechtsnormen nicht zur Hand, und selbst wenn, dann braucht es viel zu lange sich da durchzuwühlen. Mit der zur Verfügung stehenden Reisezeit kann man etwas Sinnvolleres anfangen ;-). Wir nutzen zwar überwiegend Wohnmobilstellplätze, Campingplätze nur wenn wir restlos verwahrlost sind und stinken, weil uns das Frischwasser ausgegangen ist. Aber wenn wir in einer Wohnmobilstellplatz-Diaspora sind suchen wir uns unseren Schlafplatz folgerichtig selbst aus.

Es soll auch Zeitgenossen geben die zwischen weißen WoMo-Yachten mit ihrem VW-Buschen Platzangst bekommen. Das geht uns manchmal genau so, wenn wir links von einem Morello und rechts von einem Concord eingekeilt werden. 😉

Dann ist „Frei Stehen“ angesagt. Doch dann kreisen die Gedanken um die diffuse Sorge, wie man ohne Störung eine ruhige Nacht verbringen kann.

Wie wir mit diesem Thema umgehen und welche Tipps wir geben können, verraten wir in diesem Artikel. Wir haben diese bisher erfolgreich angewendet und bis auf einmal wurden wir bisher noch nie vertrieben oder haben einen Platzverweis kassiert. Trotzdem gibt es keinerlei Garantie, dass es nicht doch einmal nachts an unserer Tür klopft…

Wir übernachten nie, wo wir tagsüber stehen.

Ein Stellplatz irgendwo im Nirgendwo ist schon sehr verlockend. Ruhig, unbeobachtet, mit grandioser Aussicht oder Umgebung – Der Traum eines jeden Freizeitvagabunden. Manchmal möchte man gar nicht mehr von dort weg. Ungestört kochen, in der Sonne relaxen, vielleicht sogar arbeiten.

Trotzdem wechseln wir unseren Stellplatz für die Nacht, den wir zuvor „ausgekundschaftet“ haben.

Tagsüber wird man gesehen, von Passanten oder vielleicht sogar der örtlichen Polizei. 

Wenn wir über Nacht bleiben, kann es durchaus passieren, dass wir angeschwärzt werden. Es gibt immer noch genügend Zeitgenossen überall in Europa, die „Frei Stehen“ mit „zigeunern“ gleichsetzen und Zigeuner ist nach wie vor ein stigmatisierter Begriff. Und schneller als man denkt, bekommt man ungebetenen Besuch und die Nachtruhe ist dahin.

Für uns ist aber noch viel wichtiger: Kriminelle Elemente, die sich Hoffnung auf lukrative Beute machen, können uns abseits der Straßen kaum ausmachen, wenn wir erst in der Abenddämmerung unseren Schlafplatz aufsuchen.

Es ist immer besser den Standort für die Nacht zu wechseln! Wenn wir alleine unterwegs sind, kommt es selten vor, dass wir mehrere Tage am Stück am gleichen Ort bleiben. Außer, es gibt dort wirklich keine Menschenseele.

Ohne ein gutes Bauchgefühl keine Übernachtung

Die Auswahl des Übernachtungsplatzes unter dem Gesichtspunkt: „Wie schnell können wir flüchten“ wirkt sich auf die emotionale Hygiene, sprich: das Bauchgefühl, aus. Fehlt diese bzw. dieses, ist an einen entspannten Schlaf nicht zu denken. Und wenn wir nicht gut schlafen können, dann ist das Ziel nicht erreicht. Egal warum! Ob ein schlechtes Kopfkino, Flug-, Eisenbahn-, Industrie- oder Straßenlärm, oder ungebetene Besucher ist einerlei. Die Nacht ist rum und wir nicht ausgeschlafen.

Den Schlafplatz bei Tageslicht begutachten

Deshalb ist die Begutachtung des Übernachtungsplatzes bei Tageslicht so wichtig. In der Nacht können wir die Gegebenheiten nicht beurteilen, wir kennen die weitere Umgebung ja normalerweise nicht. Dabei achten wir z.B. auf Dinge wie:

  • Liegen an den Platzrändern Bierflaschen oder anderer Unrat herum? Auch wenn viele Zigarettenschachteln oder gar Kondompackungen unachtsam entsorgt wurden, sollte man von einer Übernachtung absehen
  • Ist der Standplatz von der nächsten/vorbeiführenden (Haupt)Straße aus einsehbar? Erleuchtet der Lichtkegel vorbeifahrender Autos das Wohnmobil?
  • Gibt es Hinweise auf nächtliche Jugendtreffs? Nicht das die gefährlich wären – aber die Wahrscheinlichkeit der Ruhestörung steigt erheblich. Auch vermehrte Spuren von durchdrehenden Reifen weisen auf solche Treffs hin
  • Parken Kleintransporter (mit oben aufgesetzter Schlafkabine) meist aus osteuropäischen Ländern auf dem Platz – das zieht kriminelle Elemente an, denn bei diesen Fahrzeugen gibt es was zu holen und diese Spitzbuben wissen wo die Fahrer übernachten.
  • Parkplätze auf Raststätten von BABs oder an Bundesstraßen sind bei uns grundsätzlich tabu
  • Sind Grillplätze oder Grillhütten in der Nähe
  • Wie weit ist die nächste Wohnbebauung entfernt – Wenn wir mal Hilfe holen müssten – in Industriegebieten ist nachts meist niemand da
  • Liegt der Platz in einem Mobilfunk-Funkloch?
  • Stehen andere Wohnmobile oder Campingbusse an diesem Platz und haben diese ortsansässige oder fremde Kennzeichen.
  • Wo ist der nächste Polizeiposten (das lässt sich im Internet meist leicht recherchieren.

Immer abfahrbereit sein

Die wichtigste Regel, die uns ein gutes Gefühl gibt, heißt: „Alles Startklar!“ Dies ist unsere goldene Regel, die wir stets befolgen!

Bevor wir zu Bett gehen, stellen wir sicher dass ALLES eingeräumt und klar zur Abfahrt ist. Falls jemand unsere Nachtruhe stört, sollte es wenigstens nicht so aussehen, als hätten wir uns seit Stunden oder Tagen breitgemacht und mit exzessivem Campingverhalten an den Regeln der Obrigkeit gekratzt.
Wir möchten nur schlafen (und unsere Fahrtauglichkeit wiederherstellen) und am nächsten Morgen weiterfahren. So, oder so ähnlich sollte die Botschaft sein.
Als Beweis für unsere Fahruntüchtigkeit haben wir auch immer eine leere Weinflasche im Abfallkörbchen griffbereit. 😉

Diese Regel gilt für uns auch auf Wohnmobilplätzen. Nur auf eingezäunten und gut gesicherten Campingplätzen sind wir etwas nachlässiger und lassen die Markise und die Campingstühle draußen.

Deshalb packen wir unseren Kram zusammen, so als wollten wir in der nächsten Minute losfahren, bevor wir in den Tiefschlaf fallen. Dann können wir notfalls spontan das Feld räumen. Wie schon gesagt, diese Option mussten wir erst einmal in den letzten 7 Jahren ziehen.

Abfahrbereit heißt auch, dass man den Standplatz so auswählt, dass man keine Auffahrkeile braucht um gerade zu stehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist bei der Auswahl des Standplatzes, dass wir notfalls ohne zu rangieren flüchten können. Das sind die beiden wichtigsten Punkte, auf die ich achte, wenn ich den Übernachtungsplatz „auskundschafte“. Inzwischen bin ich so geübt, dass ich oft auf Anhieb unser Mobil in eine waagrechte „Schlafposition“, ohne dies vorher ausprobiert zu haben, fahren kann. Übung macht hier den Meister 😉
Schlüssel und ggf. Brille sind griffbereit positioniert und das Gas ist abgestellt (Flasche zu!) Da wir eine Dieselheizung haben, gilt diese Regel für uns sogar in der kühlen Jahreszeit.
Und selbstverständlich, die Markise ist eingezogen.

Wie finden wir geeignete Plätze?

Wenn wir in eine Region fahren, in der WoMo-Stellplätze Mangelware sind, dann halten wir schon bei der Anfahrt in das Gebiet Ausschau nach geeigneten Plätzen. Wir haben schon recht gute Erfahrungen mit Wanderparkplätzen gemacht, die schon an den Straßen angekündigt werden.

Mindestens genau so gute Ergebnisse haben wir erzielt, wenn wir mit dem Fahrrad auf Radwanderwegen unterwegs sind. Hier gibt es immer wieder Parkplätze für einen Einstig zum Radwanderweg. Diese haben nicht selten auch noch einen Grillplatz oder Kinderspielplatz in der Nähe. Mit GPS-Daten und Navi sind solche Plätze auch einfach wiederzufinden.

In der Nähe von Flussläufen finden sich auch immer wieder Stellen zum Einsetzen von Kanus oder Kajaks oder auch von größeren Booten. Dort sind meist auch Park- oder vorübergehende Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge vorhanden. Diese kann man ebenfalls „halblegal“ nutzen.

Genau so gute Ergebnisse erzielten wir mit Parkplätzen von Sehenswürdigkeiten (Schlösser, Burgen, historische Gärten) und Bergbahnen. Diese sind meistens unter Tags gut frequentiert doch in der Nacht ist dort gähnende Leere. Allerdings beobachten wir in den letzten zwei, drei Jahren, dass (zumindest bei Touristischen Hot-Spots) ein Wohnmobil, oder Übernachtungsverbot von den örtlichen Behörden angeordnet wurde. Manchmal sind die Hinweise darauf sehr unglücklich positioniert und werden leicht übersehen. Also Augen auf, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Eine weitere Quelle für gute Übernachtungsplätze sind Freibäder – und wen es nicht gruselt…   Friedhöfe,    die ebenfalls fast immer einen Parkplatz für Besucher haben und nachts nicht frequentiert werden. Die Freibäder haben zudem den Vorteil, dass für wenig Geld Morgenschwimmen und Duschen „zugebucht“ werden kann.

Um solche Plätze zu finden reicht oft schon der eigene Augenschein oder, wer es elektronisch haben will, Google Maps oder OpenStreetMap völlig aus, den die haben viele sog. POI’s (Point of Interrest) in ihrem Kartenmaterial schon gespeichert.

Wer es spezifischer haben möchte, der kann sich auch die App Park4Night anschauen hier finden sich auch Einträge von Wohnmobilisten, die auf nicht expizit als Wohnmobilstellplatz ausgewiesenen Parkplätzen schon übernachtet haben.

Ähnlich verhält es sich bei der App vom MeinWomo-Verlag. Die im Internet unter www.meinwomo.net bzw. im Appstore zu finden ist. Auch hier sind neben ganz offiziellen Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen, Parkplätze für Tagesbesuche und Plätze zum Übernachten ohne Kennzeichnung als Wohnmobilstellplatz enthalten. Sogar ehemalige Plätze, die z.B. geschlossen oder in der Nutzung eingeschränkt wurden, sind in diesem Portal/App enthalten.

Bei beiden Apps sind Benutzerberichte und Bewertungen enthalten, die für eine Auswahl hilfreich sein können. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass die Kommentare sehr subjektiv geprägt sind und einen in die Irre führen können. Nichts desto trotz hat uns diese kostenpflichtige App auch schon gute Dienste beim „Frei Stehen“ geleistet.

Der Notfall-Schlafplatz

Das kennt jeder Wohnmobilist: Den ganzen Tag unterwegs – dann ein Stau, dann müde, es wird dunkel der nächste WoMo-Stellplatz ist überfüllt und dann einen Platz für die Nacht finden. Inzwischen ist es dunkel und keine Ahnung wo anhalten… ,Dann muss sich Keiner wunderen, an welch komischen Ort er sich am nächsten Morgen wiederfindet.

Nachts einen Stellplatz zum Schlafen suchen ist nicht immer einfach. Man sieht seine Umgebung nicht richtig und man weiß nicht, ob man dort sicher steht.

Sollte es trotzdem mal dunkel sein, dann suchen wir uns einen gut beleuchteten Ort aus. Diese findet man aber meist nur in Städten z.B. auf beleuchteten Stadt- bzw. Festplätzen, die außerhalb der Festzeiten als stadtnaher Parkplatz genutzt werden. Auch Wohngebiete mit breiteren Straßen können geeignet sein. So finden sich oft am Ende eines solchen Wohngebiets Sackgassen, oder endende Straßen die noch beleuchtet sind, wo man für eine Nacht niemand stört. Aber aufkeilen oder gar Campingverhalten mit großem Gejohle sollte man unterlassen.

Solche Plätze  – gerade bei Dunkelheit – zu finden ist nicht immer ganz einfach. Erstaunlicher Weise hat uns in solchen Not-Situationen Google Maps die besten Dienste erwiesen. Vorausgesetzt eine vernünftige Internetverbindung ist verfügbar.

Immer schön abschließen

Vielleicht klingt es etwas übertrieben, aber wir schließen immer und überall ab. Auch nachts, wenn wir im Bett liegen.

Auch wenn wir nur kurz aussteigen um die schöne Aussicht zu genießen. Es wird abgeschlossen. Gehen wir einkaufen oder zu Fuß auf Erkundungstour, installieren wir im Ausland, bzw. in Regionen die als Einbruchsgefährdet gelten, zusätzlich eine Lenkradsperre.

Beim Frei Stehen gilt: Zeige NIE was du hast!

Denn Gelegenheit macht Diebe. Das gilt nicht nur, wenn man sich beobachtet fühlt. Es gibt Leute die sich einen versteckten „Safe“ in ihr Wohnmobil einbauen oder einbauen lassen. Aber das weiß der Spitzbube nicht. Ist das Wohnmobil erst einmal gewaltsam geöffnet, dann sind die Kosten für den Einbruchschaden oft größer als die entwendeten Gegenstände – den Ganzen Ärger damit nicht mitgerechnet.

So sollten die Wohnmobilgaragen (eine häufig beobachtete Unart) nicht offen stehen bleiben, damit Jedermann die teuren E-bikes begutachten kann. Genauso gehören Laptops und Kameras nicht auf den Campingtisch
Auch altersschwache Hunde, die jeden Besucher freudig oder gar mit Desinteresse begrüßen, bieten keinen Schutz vor unliebsamen Überraschungen.

Falls sich trotzdem nachts jemand am Wohnmobil zu schaffen macht und seien es nur ein paar angeheiterte Jugendliche in Mitternachtspartystimmung, dann sollte man sich lautstark bemerkbar machen. Die meisten Einbrecher gehen ganz schnell bei genügend Radau stiften. Und wenn es doch zu unheimlich wird – dann Zündschlüssel nehmen – starten und nichts wie weg. Wir sind auf eine solche Situation vorbereitet. Damit ist der Stresslevel für uns kalkulierbar und das ist die Voraussetzung für eine gute Nacht.

Was tun, wenn die Ordnungsmacht auftaucht?

Wie gesagt, wir hatten bisher immer Glück und mussten nur einmal den Platz verlassen.

Wenn die Polizei, oder wie bei uns der Ordnungsdienst der Stadt Linz auftauchen, dann gibt es genau zwei Möglichkeiten:

  • Still bleiben und so tun als wäre niemand zu Hause
  • Wenn das nicht geht, z.B. das Licht brennt noch, die Vorhänge sind noch offen, oder die Ordnungshüter klopfen lautstark an die Scheiben, dann gilt aufmachen, höflich bleiben und die Situation mit einem klaren Menschenverstand versuchen zu klären.
    Wie wir von anderen Wohnmobilisten wissen, hinterlässt das Argument mit der nicht mehr gegebenen Fahrtauglichkeit Eindruck und führt zu einer Duldung bis zum nächsten Morgen.
    In unserem selbst erlebten Fall, war es nicht so, Wir bekamen einen Zettel hereingereicht mit einer Strafandrohung von 180 € und der Wegbeschreibung zu einem Campingplatz in 30 km Entfernung und dem mündlichen Hinweis, dass die Strafandrohung in einer halben Stunde vollzogen würde, wenn wir das Feld nicht räumen.

Mit diesen Verhaltensregeln sind wir bisher gut gefahren.

Also dann – Gute Reise

Corona und seine Botschaft

Alles im Leben hat einen Sinn. Vieles geschieht in einem Menschenleben und so oft fragt man sich, warum gerade ich, warum gerade jetzt? Und da sind wir auch ganz schnell dabei, nach einem Schuldigen zu suchen. Von der schwierigen Kindheit, über den Partner, den ungerechten Chef bis zu den unfähigen Politikern – wir sind geübt im Schuld zuweisen. Bei Corona sind es die Chinesen, ehrlich von denen kam doch der ganze Scheiß, oder!? Dann die maßlos überzogenen Einschränkungen, wieder mal die unfähigen Politiker die hirnlos wie die aufgescheuchten Hühner agieren und dann noch dieser Drosten und das RKI.

Wir sind schnell und gut im Werten und Urteilen. Erst suchen wir nach der Schuld, dem Schuldigen und dann kämpfen wir. Wir müssen das Virus bekämpfen, wir müssen den Krebs bekämpfen, wir müssen das Böse bekämpfen. Wir teilen alles ein in Gut und Böse. Das haben wir schon mit der Muttermilch eingesogen. Aber was ist Gut? Was ist Böse?  Vielleicht ist das Böse wichtig, damit wir das Gute erkennen? Das würde dann bedeuten, dass beides ohne Wertung gleich wichtig ist. Warum werten und urteilen wir überhaupt?

Wir könnten uns doch auch die Frage stellen: „Was begegnet mir im Außen und was hat das mit mir zu tun?“ Um hier eine Antwort zu finden, ist es sehr hilfreich wie ein Adler aus einer übergeordneten Perspektive drauf zu schauen. Und genau das machen wir doch jetzt mal mit dem Virus,  dem Virus mit dem wunderschönen Namen Corona.

Korona der Sonne

Nun habe ich Glück, ich muss das Rad nicht zweimal erfinden, denn mein sehr geschätzter Freund und Lehrer Wolfgang Maiworm, Astrologe und Herausgeber der Zeitschrift „Lebens(t)räume nimmt in der Maiausgabe im Editorial genau diese übergeordnete Perspektive ein.

Hier der Link: https://www.lebens-t-raeume.de/ausgabe-mai-2020/.

Ich finde die übergeordnete Sicht nicht nur sehr interessant, sondern auch absolut wichtig, um zu einer anderen, ganzheitlichen Sichtweise zu gelangen. Übrigens: Gute Astrologen, Coaches, Therapeuten (so wie wir das sind) arbeiten genau so.

Irgendwann werden wir erkennen und verstehen, oder wie der dänische Philosoph S. Kierkegaard sagte: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, aber leben muss man es vorwärts!“

Bleiben wir offen, voller Vertrauen und neugierig uns selbst und dem Leben gegenüber.

In diesen Sinne bleibt glücklich und gesund.

Herzensgrüße

WoMoline

Anfahrt nach McPom mit Hindernisen

traffic-3460563_640
Bild von Gerhard Gellinger auf Pixabay 

Es ist einer dieser Tage, der irgendwie nicht gut anfängt. Es ist genau der Tag an dem wir nach McPom aufbrechen. Nach 10 Minuten Fahrt an der Auffahrt zur A9 Richtung Berlin – Stau -und keine Chance mehr das Nadelöhr zu umfahren. Die 10 Minuten waren einfach zu kurz um eine Verkehrsmeldung im Radio zu hören. Als wir sie dann hören, ist es zu spät. Die prognostizierte Wartezeit verheißt nichts Gutes. Nun hilft nur noch Geduld – und davon brauchen wir recht lange sehr viel. Auf der Fahrt Richtung Berlin werden noch weitere kleinere Staus an unserer Stimmung knabbern. Aber wir haben ja ein Wohnmobil mit Toilette, einen gefüllten Kühlschrank und die Möglichkeit uns einen Kaffee oder auch mehr zu kochen, wenn gar nichts mehr geht. Wir werden, und das ist schon bald sicher unser Etappenziel nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Deshalb entscheiden wir uns für eine Übernachtung in der Nähe von Potsdam. Genauer gesagt in Werder an der Havel. Der Wohnmobilstellplatz ist voll besetzt, aber am Rande finden wir noch ein nicht als Stellplatz ausgewiesenes freies Fleckchen.

Bevor die Nacht hereinbricht wollen wir uns noch in dem Örtchen umschauen. Beim Ausgehfertigmachen stellt WoMoline eine beängstigende Frage: „Wo ist meine Handtasche?“ Nach kurzem, panisch suchenden Umschauen kehrt langsam die Erinnerung an die Minuten vor der Abfahrt zurück. WoMoline hat ihre Handtasche mit Geld, Scheckkarte und Schlüssel vergessen. Wenn mir das passiert wäre… . Oh Gott , was hätte ich mir alles anhören müssen. Ich hab‘s mit einem süffisanten Lächeln quittiert. Dafür habe ich jetzt ein paar Schrägheiten gut. Also haben wir uns erst einmal eine Bank gesucht, (ich meine natürlich ein Kreditinstitut 🙂 ), um finanziell wieder flüssig zu werden. Aber viel schöner ist: Nun bin ich Herr über alles. Und WoMoline muss nun bei mir betteln und mir aus der Hand fressen!!!
Ja, eine Frau ohne ihre Handtasche… das ist geradezu ein Geschenk für Möchtegern-Machos. J

Werder ist heute wohl ein Ausflugsgebiet der Berliner, die ihre Boote an der Havel bzw. den kleinen Seen liegen haben. Die umliegenden Restaurants und Geschäfte machen den Eindruck, dass sie sich genau auf diese zahlungskräftige Klientel ausgerichtet haben. Ich nenne das mal den „Um die Ecke Tourismus für Großstädter“, zumindest für die, die sich das leisten können.

Bei unserem weiteren Stadtrundgang stellen wir fest, dass ein Stadtfest in vollem Gange ist. Würde nicht die lange Fahrt mit den Zwangspausen in unseren Knochen stecken, dann wären wir noch zum Mitfeiern gegangen. So aber ziehen wir unsere Koje vor. Die Musik, die auch den Stellplatz beschallt, erschwert zu späterer Stunde das Einschlafen. Da die Band aber richtig gut und nach unserem Geschmack ist, können wir die Ruhestörung leichter ertragen und schwingen in Horizontalposition im Rhythmus der Musik noch ein bisschen mit.

Werder an der Havel 1

McPom’s Seenplatte mit Abstecher zur Ostsee

Wie wir auf die Idee gekommen sind einmal eine Tour zur und durch die Mecklenburgische Seenplatte zu machen, das weiß ich nicht mehr. Der einzige Bezugspunkt den wir haben, sind Bekannte, die dort seit einiger Zeit ein größeres Schiffchen liegen haben und daher sehr viel ihrer Freizeit dort verbringen. Um ganz ehrlich zu sein, über diese Region Deutschlands wissen wir überhaupt nichts.
Neben einem Besuch bei unseren Bekannten ist das Grund genug, uns diese Gegend einmal genauer anzuschauen.

Ursprünglich war geplant, dass wir in einem Zug bis ins Zielgebiet fahren. Ein größerer Stau zwingt uns jedoch in der Nähe von Potsdam, genauer gesagt in Werder an der Havel, einen Zwischenstopp einzulegen.

Quelle: Google Maps – durch Doppelklick öffnet sich Google Maps in einem weiteren Fenster

In die Region hineinschnuppern

Über die Stationen Fürstenberg, Neustrelitz und Neubrandenburg erreichen wir schließlich das Zentrum der mecklenburgischen Seenplatte in Waren an der Müritz. Hier müssen wir uns wegen einem Reifenschaden etwas länger als üblich bei unseren Stopps, aufhalten.

Urlaubsgefühle am Wasser

In Rechlin treffen wir in der Marina unsere Bekannten und dürfen die Mecklenburgische Seenplatte auch ein wenig von der Seeseite aus kennenlernen. Und wir dürfen die Unterschiede des Reisens mit dem Wohnmobil und auf einer Yacht hautnah erleben. Um es vorwegzunehmen, mit einem 17 Tonnen Boot ist man noch deutlich langsamer als mit einem Wohnmobil unterwegs. Auch die Vor- und Nachbereitung einer Fahrt ist bei einem Schiff sehr viel größer und erfordert wesentlich mehr Umsicht. Nicht nur das An- und Ablegen und die Einhaltung von Vorschriften ist aufwendiger als mit dem Wohnmobil, auch die Fahrt selbst erfordert mehr Aufmerksamkeit im Verhältnis zur Geschwindigkeit.

Wir führen unsere Entdeckertour fort

Über Lenz in der Nähe von Malchow führt uns unser Weg nach Plau am See, dann nach Güstrow, nach Teterow und schließlich nach Malchin. Ganz in der Nähe am Kummerower See legen wir ein paar Müßiggangtage ein.

Wir machen eine kleine Sightseeing-Tour die uns über Basedow nach Mirow und schließlich nach Wesenberg führt.

Zurück ins Zentrum des Müritzgebiets

Nun haben wir noch zwei fixe Termine einzuhalten. Zum einen sind wir zum Fischessen mit unseren Freunden in Malchin verabredet. Zum anderen müssen wir noch einen geeigneten Campingplatz finden, denn eine weitere Bekannte möchte uns mit ihrem Freund auf dem Weg zur Ostsee besuchen.

Da wir nicht Campingplatz erfahren sind, haben wir zwei Plätze, die infrage kommen, angeschaut. Der Erste war für uns grauenvoll. Geschätzt 1000 Platzwarte und ebenso viele Dauercamper. Wir werden gleich mit einem übergroßen Hinweis auf die Platzregeln empfangen. Mittagsruhe von 12 Uhr bis 3 Uhr, Hunde an der Leine führen, keine Musikabspielgeräte benutzen, Grillen nur an ausgewiesenen Stellen und blablabla.

Der Empfang ist nicht besetzt und wir sollen drei Stunden warten, um Auskunft zu erhalten. Der barsche Hinweis von einem Gast, dass wir unser Wohnmobil falsch geparkt haben, bestärkt uns in der Ansicht, dass das kein Platz für uns ist.

Der zweite Platz in Alt Schwerin sagte uns zu und so buchten wir auch gleich für uns vier einen Platz. Von dort aus fahren wir zurück zum Yachtclub nach Malchin – unser Ausgangspunkt für unser vereinbartes Fischessen. Frisch gefangener Fisch direkt auf den Tisch oder ins Fischbrötchen das gibt es hier oft und ist kulinarisch gesehen ein Muss.

Von Malchin geht es wieder nach Alt Schwerin. Nachdem wir die ganze Zeit bestes Wetter hatten, werden wir auf dem Campingplatz mit Starkregen im wahrsten Sinne des Wortes zugeschüttet. Unseren Bekannten, die mit einem kleinen Zweimannzelt, wie man es bei einer Fern- oder Radwanderung benutzt, unterwegs sind, geben wir Asyl unter unserer Markise. Ohne diese wären sie, im wahrsten Sinne des Wortes, abgesoffen.

Einen Abstecher an die Ostsee

Nach dem großen Regen und der aufregenden Nacht beschließen wir, unsere Reise gemeinsam fortzusetzen. So fahren wir weiter an die Ostsee und schlagen unser Lager am Salzhaff auf. Neben Seeluft schnuppern, Strandwandern und relaxen erkunden wir von dort aus Wismar und Rostock. Für die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, hat es dann leider nicht mehr gereicht. Unser Rückfahrtermin rückt schneller heran als uns lieb ist. Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Cappuccino Stopp in Neuruppin um dann wieder in unsere Heimat, nach Franken, zurückzukehren.

Wir melden uns zurück

Ja, sehr still ist es um uns geworden. Es sind nun beinahe drei Jahre, in denen wir so gut wie nichts mehr veröffentlicht haben.

Was ist in der Zeit geschehen

Wir hatten familiäre Verpflichtungen, die für eine gewisse Zeit größeren Raum eingenommen haben. Auch waren in unserer Heimatbasis einige Renovierungen durchzuführen die durch ein undichtes Dach notwendig geworden sind.

Und wie das eben so ist, entstand zu Beginn der Renovierungsarbeiten die zündende Idee für ein Herzensprojekt, das uns in unseren Köpfen schon lange begleitet. So wurde aus der notwendigen Reparatur des Daches und den daraus folgenden Reparaturen im Innenbereich das Projekt „Umgestaltung eines Teils unserer Heimatbasis zu einem Wohlfühlbereich für WoMolix und WoMoline“. Es entstand eine komplette Wellnessoase. Damit war es nun aber nicht mehr nur mit dem Anmalen von ein paar Wänden getan. 😉
Wer nun meint wir hätten viele zehn oder gar hunderttausende Euro in die Hand genommen, der irrt gewaltig. Durch intelligentes Wiederverwenden, einer Menge Eigenleistung und viel Geduld und natürlich auch den Einsatz von etwas Geld wurde unser Traum wahr. Die Realisierung dieses Traums hat natürlich viel Zeit beansprucht, die dann für den Blog nicht mehr zur Verfügung stand.

Das hat auch unsere Reisepläne ordentlich durcheinandergewirbelt. Und dann gab es auch noch ein paar andere Zeitfresser (über die ich mich hier nicht auslassen möchte), die uns zur Blogabstinenz gezwungen haben.

Das Reisen in unserem eigenen Rhythmus, haben wir uns aber dennoch nicht nehmen lassen.

Was sich bei den Reisen verändert hat

Die Anfahrt zu unseren Zielgebieten haben wir folgerichtig etwas verkürzt. Und so durften wir noch mehr die Schönheit unseres eigenen Landes kennenlernen.

Um es schon mal vorweg zu nehmen: auch bei uns lässt sich viel Schönes, Neues und Interessantes entdecken. Wenn man die trockenen und sehr warmen Sommer der letzten 3 Jahre zum Maßstab erhebt, dann rechtfertigt die häufig zitierte „Schönwettergarantie“ der südlichen Länder auch nicht mehr die lange Anfahrt und unser ökologischer Fußabdruck wird dadurch auch noch etwas kleiner.

Glaubt man den Klimaforschern, dann werden klimatische Bedingungen wie in der Toskana in einigen Teilen Deutschlands ohnehin bald die Regel sein. WoMoline behauptet schon seit 30 Jahren, dass die Toskana zu uns kommt – Recht hat sie.

Nach einer so langen Pause und vielen neuen Erfahrungen die wir in der Zwischenzeit gesammelt haben, sind wir nicht mehr die gleichen wie zuvor. Manche Dinge sehen wir etwas anders, Interessen und Vorlieben haben sich vielleicht etwas verschoben und die Welt in der wir leben hat sich auch weiter gedreht und ist nicht mehr die, die wir vor drei Jahren kannten.

So sind kulturelle Interessen bei uns in den letzten drei Jahren in ihrer Priorität etwas abgerutscht, und dafür haben wir Naturerlebnis, Wandern, Radfahren und den Genuss (vor allem von gutem Wein 😀) stärker in den Vordergrund gestellt. Die Begriffe Unabhängigkeit und Autonomie haben in unserem Leben in den letzten drei Jahren noch mehr an Bedeutung gewonnen, ebenso wie präventive Gesundheitsvorsorge und geistige Hygiene.

Änderungen im Blog

Daher ist es nur natürlich, dass sich auch in unserem Blog etwas ändern wird.

Es fängt an mit einem neuen Logo-Bild.

Logo-Bild von womolix.wordpress.com

Wir tauschen das Bild aus Talomone in Italien, das den Womolix-Blog lange geziert hat, gegen eines aus Deutschlands Osten am Kummerower See aus, um damit deutlich zu machen wo wir hauptsächlich unterwegs sind – in Deutschland.

Auch inhaltlich wird sich das Eine oder Andere ändern, vor allem werden wir  unregelmäßiger und nicht mehr in einer gleichbleibenden Frequenz schreiben. Unsere Reisegeschichten werden sich auch nicht mehr an einer Chronologie orientieren. Es wird vielmehr ein „heute hier und morgen da“ sein. Dafür wird es aber auch, und das wird neu sein, Artikel geben, die unsere Touren eher in einer Art Gesamtschau darstellen und weniger auf einzelne Begebenheiten und Erlebnisse eingehen.

Mal sehen wie uns das gelingt und wie es euch, unseren Lesern, gefällt.

Wie immer freuen wir uns auf Anregungen und Kommentare.

Herzliche Grüsse
WoMolix und WoMoline