Anfahrt nach McPom mit Hindernisen

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Bild von Gerhard Gellinger auf Pixabay 

Es ist einer dieser Tage, der irgendwie nicht gut anfängt. Es ist genau der Tag an dem wir nach McPom aufbrechen. Nach 10 Minuten Fahrt an der Auffahrt zur A9 Richtung Berlin – Stau -und keine Chance mehr das Nadelöhr zu umfahren. Die 10 Minuten waren einfach zu kurz um eine Verkehrsmeldung im Radio zu hören. Als wir sie dann hören, ist es zu spät. Die prognostizierte Wartezeit verheißt nichts Gutes. Nun hilft nur noch Geduld – und davon brauchen wir recht lange sehr viel. Auf der Fahrt Richtung Berlin werden noch weitere kleinere Staus an unserer Stimmung knabbern. Aber wir haben ja ein Wohnmobil mit Toilette, einen gefüllten Kühlschrank und die Möglichkeit uns einen Kaffee oder auch mehr zu kochen, wenn gar nichts mehr geht. Wir werden, und das ist schon bald sicher unser Etappenziel nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Deshalb entscheiden wir uns für eine Übernachtung in der Nähe von Potsdam. Genauer gesagt in Werder an der Havel. Der Wohnmobilstellplatz ist voll besetzt, aber am Rande finden wir noch ein nicht als Stellplatz ausgewiesenes freies Fleckchen.

Bevor die Nacht hereinbricht wollen wir uns noch in dem Örtchen umschauen. Beim Ausgehfertigmachen stellt WoMoline eine beängstigende Frage: „Wo ist meine Handtasche?“ Nach kurzem, panisch suchenden Umschauen kehrt langsam die Erinnerung an die Minuten vor der Abfahrt zurück. WoMoline hat ihre Handtasche mit Geld, Scheckkarte und Schlüssel vergessen. Wenn mir das passiert wäre… . Oh Gott , was hätte ich mir alles anhören müssen. Ich hab‘s mit einem süffisanten Lächeln quittiert. Dafür habe ich jetzt ein paar Schrägheiten gut. Also haben wir uns erst einmal eine Bank gesucht, (ich meine natürlich ein Kreditinstitut 🙂 ), um finanziell wieder flüssig zu werden. Aber viel schöner ist: Nun bin ich Herr über alles. Und WoMoline muss nun bei mir betteln und mir aus der Hand fressen!!!
Ja, eine Frau ohne ihre Handtasche… das ist geradezu ein Geschenk für Möchtegern-Machos. J

Werder ist heute wohl ein Ausflugsgebiet der Berliner, die ihre Boote an der Havel bzw. den kleinen Seen liegen haben. Die umliegenden Restaurants und Geschäfte machen den Eindruck, dass sie sich genau auf diese zahlungskräftige Klientel ausgerichtet haben. Ich nenne das mal den „Um die Ecke Tourismus für Großstädter“, zumindest für die, die sich das leisten können.

Bei unserem weiteren Stadtrundgang stellen wir fest, dass ein Stadtfest in vollem Gange ist. Würde nicht die lange Fahrt mit den Zwangspausen in unseren Knochen stecken, dann wären wir noch zum Mitfeiern gegangen. So aber ziehen wir unsere Koje vor. Die Musik, die auch den Stellplatz beschallt, erschwert zu späterer Stunde das Einschlafen. Da die Band aber richtig gut und nach unserem Geschmack ist, können wir die Ruhestörung leichter ertragen und schwingen in Horizontalposition im Rhythmus der Musik noch ein bisschen mit.

Werder an der Havel 1

6 Gedanken zu “Anfahrt nach McPom mit Hindernisen

  1. Das mit der Handtasche kann ich mir lebhaft vorstellen, ich weiß nicht ob sich da meine Frau so schnell beruhigt hätte 😉 Wenn in Werder ein Fest ist (Apfelblütenfest oder so ähnlich..) , dann ist das Städtchen meist hoffnungslos überfüllt. In Werder machen wir sehr oft Station und wenn der Stellplatz voll ist dann stehen wir einfach auf dem PP des Einkaufscenters bei Mc D und den Tankstellen. Das mit den Staus ist echt ärgerlich. Früher hatte mein Radio eine Taste die hieß TIM (Traffic Information Memory). Das war ein Speicher der alle Verkehrsnachrichten der letzten 60 Minuten aufgezeichnet hat. Das war eine super Sache und ich versteh gar nicht, warum es sowas nicht mehr gibt. Auch wenn man mal eine Durchsage nicht richtig verstanden hatte, konnte man die nochmals abrufen. Aber das erlebte gehört dazu und macht WoMo fahren schön. Liebe Grüße

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  2. Eine alptraumhafte Situation für deine arme Frau!… Ich bin neulich mitten in der Nacht aufgestanden, um auf der Flurkommode nachzusehen, weil mich die grausige Vorstellung plagte, ich hätte meinen kleinen Rucksack samt Brieftasche auf einer Bank im Nymphenburger Schlosspark vergessen. 😉

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    • Ja, ich glaube jeder kennt solche Situationen. Um so schöner, wenn sich dann alles in Wohlgefallen auflöst, und man den Stein, der da von einem abfällt, laut plumsen hören kann – oder wie bei uns, dass WoMolix seine Kreditkarte dabei hat. 😉

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