Venedig: Hinter die Kulissen geschaut

Der H&M schärft meinen Blick für den Alltagsbetrieb. Jede Flasche Wein, jeder Schinken, das ganze Baumaterial für den Erhalt der Gebäude (und überall wird restauriert und in Stand gesetzt), muss übers Wasser. Mir fallen einige Serviceleute mit riesigen „Sackkarren“ auf, die so konstruiert sind, dass man mit ihnen auch die Treppen der Brücken über die Kanäle überwinden kann. Einer hat, der Kartonaufschrift nach zu urteilen, einen Kühlschrank aufgeladen, Ein anderer transportiert Bierfässer, offensichtlich für die Schankanlage eines Restaurants oder einer Bar. Venedig 33 Venedig Logistikschiff Canal GrandeAm Canal Grande entdecke ich das Pendant: Lastkähne gefüllt mit Stückgut und einem Mann davor, der ständig telefoniert. In einiger Entfernung das gleiche Bild: Lastkahn mit telefonierendem Mann. Ich entschließe mich, dem Treiben etwas zuzusehen. Mir ist aufgefallen, dass die Sackkarrenschieber ohne Beladung ebenfalls telefonieren, vielleicht sogar während sie etwas transportieren, dann eben mit Head-Set. Die scheinen so etwas wie Zusteller oder Postboten zu sein, die Waren ausliefern und dann via Telefon zum nächsten Abholort geschickt werden. Während ich zuschaue ist auf jeden Fall keiner der Sackkarrenschieber ohne Beladung zum oder vom Lastkahn gefahren.

Strom und Wasser, das ist eine gefährliche Kombination. Das lernt der Elektriker-AZUBI schon in den ersten Stunden. Um so mehr fasziniert mich die abenteuerliche Verkabelung in Venedig. Jeder deutsche Elektrikermeister würde wahrscheinlich einem doppelten Herzschlag erliegen, wenn sein Geselle den Platz seines Arbeitseinsatzes so verließe:

Wir haben noch wildere Verkabelungen gefunden, nachdem uns bewusst wird, dass dies hier zum Standard gehört, wollte ich das fotografieren. Aber wir haben die Orte nicht mehr wiedergefunden.

Venedig 22 Wäsche troknenWie schon erwähnt, es gibt in Venedig keine Keller. Der bei uns bekannte Waschkeller wäre viel zu häufig überflutet. So muß man sich auch was für das Wäschetrocknen einfallen lassen. So werden auch schon mal öffentliche Plätze mit Tischdecken Bettlaken, Socken und Unterhosen geschmückt.

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9 Gedanken zu “Venedig: Hinter die Kulissen geschaut

  1. 😁😁😁 es liegt immer Blickwinkel des Betrachters… Würde der deutsche Elektromeister das Würgen bekommen so wäre der Fachmann aus Peru oder Indien bei dieser Kabelage beeindruckt😀😀 und ja auch mich begeistern allerorten Wäschebilder. In China hatte man die Leinen auf dem Fußweg zwischen Laternenmasten gezogen👍

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  2. *lach* Wäschefotos habe ich damals in Venedig auch gemacht. Vielleicht müssen die das wegen der Touristen raushängen 😉
    Die Verkabelung, tz! Das scheint wohl im ganzen Mittelmeerraum gang und gäbe zu sein, diese extremen Verschandelungen.
    LG, Ingrid

    Gefällt 2 Personen

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