Der Liebling im Wohnmobil… manchmal ein Ärgernis

scusi_1043021Das sehr viele Hundebesitzer mit WoMo’s unterwegs sind, dürfte bekannt und unumstritten sein. Eine sehr spezielle Spezies von Hundehaltern fällt mir immer wieder sehr unangenehm auf. Es sind die, die es sich zur Aufgabe gemacht haben ihren Mitmenschen zu zeigen, dass sie diese für das halten, was aus dem Allerwertesten ihres Lieblings herauskommt.

Es ist immer das gleiche Spiel. Herrchen oder Frauchen kommen aus dem Wohnmobil mit angeleintem Liebling. Man muß ja zeigen, daß man alles im Griff hat. Auf einen WoMo-Stellplatz ist man ja schließlich unter Permanentbeobachtung der Nachbarn. Hat man mit dem Liebling eine gewisse Schamentfernung vom eigenen Wohnmobil erreicht, dann wird der Leinenzwang sofort aufgehoben.
Es wird nun Liebling’s Schnuppertrieb bewußt nicht beobachtet und demonstrativ in eine andere Richtung geschaut. Für den außenstehenden Betrachter sieht es so aus, als ob Herrchen/Frauchen etwas noch nie dagewesenes gesehen hat und davon seine/ihre Augen auch nicht mehr lassen kann.

Liebling nimmt dem ungeachtet die Informationen der Hundezeitung auf und kommt zu den Schluß: hier muß ich auch meine Duftmarke absetzen und mitteilen: „Ich war auch da“. Das dies natürlich von Herrchen/Frauchen unbemerkt in der Nähe des Eingangs eines anderen Wohnmobilisten geschieht versteht sich von selbst. Er/Sie haben ja woanders hingeschaut.😠

Schwanzwedelnd überzeugt sich Liebling von der Aufmerksamkeit seines Herrchen/Frauchen. Dieser/Diese weist mit einer gekonnten Handbewegung Liebling an, sein Geschäft doch bitte zu vollenden. Die zwei sind ja ein eingespieltes Team und Liebling rennt von dannen. Etwa 3-5 Wohnmobile weiter dreht sich Liebling um, um Bestätigung für seine Richtungswahl zu erhalten. Die gleiche Handbewegung wie zuvor signalisiert ihm: „Mach schon“ (im wahrsten Sinne des Wortes). Liebling versteht und dreht sich um, nach dem Motto: wenn Herrchen/Frauchen mich nicht sieht, dann sieht mich auch sonst keiner. Vielleicht noch ein paar Schritte zwischen die Womos, Beine etwas auseinander und Hinterteil abgesenkt… und da ist sie: die Tretmiene.

Wie durch telepatische Informationsübertragung koordiniert, drehen Liebling und Herrchen/Frauchen sich gleichzeitig um, um den Heimweg zum eigenen Wohnmobil anzutreten. Die Tagesschau (bzw. Herzkino) fängt ja in 3 Minuten an. Und im nu sind beide verschwunden!

Würden Mütter von kleinen Kindern in ähnlicher Weise ihre Pempers entsorgen… Der Aufschrei der versammelten Gemeinde würde mein Trommelfell zum platzen bringen. Wetten?

Diese spezielle Spezies darauf anzusprechen bringt im Übrigen nichts, denn die entrüstete und lautstarke Antwort lautet: „Nein, so was macht mein Liebling nicht!!!“ Dann bekommt man den Rücken von Herrchen/Frauchen zu sehen und wird von da an durch Nichtbeachtung gestraft.

Kennt jemand erprobte und wirkungsvolle Erziehungsmaßnahmen für  Herrchen/Frauchen?

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15 Gedanken zu “Der Liebling im Wohnmobil… manchmal ein Ärgernis

  1. Gerade wieder passiert: Der „Liebling“ pinkelt unweit von unserem Frühstückstisch. Auf die höfliche Frage: Muss das unbedingt hier sein? antwortet das Herrchen: Sie haben keinen Hund? Sonst wüssten Sie, wenn der Hund muss, dann muss er, da kann man nichts machen!
    Ich möchte weder in deren Wohnzimmer noch in ihrem Wohnmobil sein…

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    • Wenn wir auf einen Platz fahren, dann habe ich immer die WoMotüren fest im Blick (neben anderen Kriterien, wie z.B. ist der Platz eben, sprich komme ich ohne Keile aus…) ob da ein oder mehrere Hundefutternäpfe unter oder neben der Trittstufe stehen. Das ist inzwischen ein No Go.
      Wir mögen auch keine Nachbarn die Hundepisse für Parfüm halten. 😉

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  2. Hallo, leider hört man davon immer wieder. Wir als gut erzogene Hundebesitzer können uns da nur schämen. Wenn wir so etwas beobachten , sprachen wir es an und bisher war es diesen Leuten immer unangenehm und sie beseitigten es. Wir hoffen ihr begegnet in Zukunft gut erzogenen Leinenhaltern und wir sind weiterhin willkommen. GLG von Jule und ihren Dosenöffnern

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      • Wie wäre es mit „Darf ich auch mal meinen Hosenstall vor Ihrem Eingang öffnen?“ Oder ein „Sind Ihnen die Tüten ausgegangen? Ich kann Ihnen aushelfen!“ Ich machte das früher als Hundehalter auch immer gerne, weil solche Herrchen/Frauchen es uns anderen sehr schwer machen mit einem gut erzogenen und beäugten Vierbeiner unterwegs zu sein.

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  3. habe da leider auch noch kein Gegenmittel dafür gefunden ! 🙂
    Manchmal sind Herrchen oder Frauchen sogar nirgends zu sehen, aber der Liebling geht seine Runde über den Platz, hin zu den angebunden Hunden, die eigentlich entspannt vor dem Wohnmobil liegen möchten. Ja, man könnte viel erzählen 🙂

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