Die Donau entlang – von Passau nach Wien #7

Die netten Nachbarn vom Stellplatz in Rossatz sind inzwischen auch in Wien eingetroffen. Wir verabreden uns zu einer gemeinsamen Stadtbesichtigung. WoMoline war ja noch nie in Wien und damit ist mein „Pflichtprogramm“ angesagt.

An der Ringstraße
An der Ringstraße

Auch wenn man nicht allzu viel von der Geschichte Wiens und der Habsburger parat hat, so erkennt man bei einem solchen Rundgang die Bedeutung dieser Stadt als einer der Zentren europäischer Geschichte. Eine Stadt der Verwaltung eines bedeutenden Reiches, eine Stadt der Kunst, der Architektur, der Musik und der Wissenschaften. Vor unserem geistigen Auge entsteht das Bild des Lebens der feinen Wiener Gesellschaft und des Hofstaates des Kaisers fast wie von selbst; nur durch das wirken lassen der beeindruckenden Gebäude und Straßenzüge. Natürlich wird unser im Geiste entstehendes Bild immer wieder von dem Kultfilm mit Romy Schneider verfälscht und verzerrt. Aber das macht im Grunde nichts. Etwas Romantik darf ja auch sein.

Der Stephansdom - genauer gesagt, das mit Wappentieren geschmückte Dach
Der Stephansdom – genauer gesagt, das mit Wappentieren geschmückte Dach

Wir beginnen am Stephansdom. Es ist Sonntagmorgen. Wir verhalten uns still und leise und treten in dieses beeindruckende Gebäude ein, nicht wissend, dass gerade eine Messe gelesen wird. Ich fotografiere nicht und bewege mich nur in dem hinteren Bereich des Doms, hinter den Absperrungen, um den Gottesdienst nicht zu stören. Trotz der Absperrungen versuchen etliche Touristen den Schutzbereich zu umgehen und eilen mit Blitzlichtgewitter durch die Gläubigenreihen. Die zusätzlich eingesetzten „Ordner“ sind hoffnungslos überfordert angesicts der Dreistigkeit einiger Touristen. Ich beobachte die Szenerie. Mir fällt eine kleine Tourigruppe auf, die sich nicht gerade zurückhaltend benimmt. Eine junge Frau löst sich aus der Gruppe und verwickelt am Zugang zu den Kirchenbänken den dort stehenden Ordner in ein Gespräch. Kurze Zeit später nutzen zwei andere aus der Gruppe die Unaufmerksamkeit des Ordners um hinter seinem Rücken in den abgetrennten Bereich einzudringen und in Paparazzi-Manier ihre Photos zu schießen. Ich bin entsetzt über so viel Egoismus und Respektlosigkeit.
Ich kann nur hoffen, dass wir Europäer nicht in gleicher Weise Tempel und Kultstätten und deren Gottesdienste in Asien und sonst wo in dieser Welt in so entweihender Weise behandeln.

Randnotiz: Dieser Vorfall mahnt uns, nicht zu vergessen, dass wir Gäste sind. Das sollte jedem WoMofahrer immer bewußt sein.

Blick vom Stephansplatz Richtung Julius Meinl am Graben.
Blick vom Stephansplatz Richtung Julius Meinl am Graben.

Dann geht es weiter. Mozarthaus, Graben, Julius Meinel (Die Wiener Kaffeeikone) und dann Einkehr beim K&K-Hoflieferant: Cafe Demel. Hier kommen wir um eine der üppigen Torten nicht herum. In früheren Zeiten konnte man noch in den beiden „Spiegelzimmern“ speisen. Das war immer mein Lieblingsplatz für den ich bereit war auch eine halbe Stunde zu warten. Spätestens, wenn dann das erste Tortenstückchen meine Lippen in „meinen Speiseraum“ passierte und ich erwartungsvoll meine Augen schloss, ja, dann war ich dem Wien von Beethoven, Mozart und Johann Strauss ganz nah. Leider sind die Spiegelzimmer heute zum Verkaufs- bzw Präsentationsraum umfunktioniert. Aber die Torten bringen mich auch heute noch zum Träumen.

Im Cafe Demel - K&K Hoflieferant
Im Cafe Demel – K&K Hoflieferant

Es geht weiter zur und durch die Hofburg, vorbei an der Spanischen Hofreitschule (für Liebhaber der hohen Kunst des Reitens ein MUSS) und zum Heldenplatz, Theresienplatz mit Naturhistorischem und Kunsthistorischem Museum, Museumsquartier, Justizpalast, Parlament, das Wiener Rathaus, gegenüber das Burgtheater nebst Cafe Landmann und etwas weiter die Universität.
Von dort aus nehmen wir die Tram zum Opernplatz, sehen die Oper und das ‚Sacher‘.
Weiter gehts zum Karlsplatz mit Künstlerhaus, Musikverein, Karlskirche und technischer Universität. Über den Schwarzenbergplatz bewegen wir uns wieder in Richtung Hotel Sacher und Kärntner Straße. Am Stephansdom beenden wir unseren Rundgang.
Es gäbe sicher noch einiges mehr zum Anschauen nur innerhalb der Ringstraße. Aber jetzt tun die Beine weh und wir drohen zu dehydrieren. Nun ist nur noch Erfrischung angesagt.
Den Abend lassen wir zu viert bei zwei Flaschen Wein in unserem WOMO ausklingen und lassen noch einmal die vielen Bilder und Endrücke an uns vorüberziehen.

Hofburg, Heldenplatz und Östreichische Nationalbibliothek
Hofburg, Heldenplatz und Östreichische Nationalbibliothek
Prunkvoll ausgestattet. Kunsthistorisches und das gegenüberliegende Spiegelbild, Naturhistorisches Museum. Auch ohne Museumsinventar ein Besuch wert.
Prunkvoll ausgestattet. Kunsthistorisches und das gegenüberliegende Spiegelbild, Naturhistorisches Museum. Auch ohne Museumsinventar ein Besuch wert.
Stadtbahnstation Karlsplatz mit Karlskirche im Hintergrund
Stadtbahnstation Karlsplatz mit Karlskirche im Hintergrund
Nicht nur in Salzburg ist Mozart "allgegenwärtig"
Nicht nur in Salzburg ist Mozart „allgegenwärtig“
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6 Gedanken zu “Die Donau entlang – von Passau nach Wien #7

    • Danke für das Lob. Tut gut😉. Ja, so wie Frauen an keinem Schuhladen vorbeikommen, komme ich am K&K Hof-Zucker-Bäcker-Konditor-… nicht vorbei☺. Aber auch in puncto Kulinarik hat Wien wirklich viel zu bieten. Wien war eben über lange Zeit eine Art Kulturschmelztiegel und man hat vieles aus dem „Nicht-Kernland“ in die Wiener Lebensart integriert. Und das gilt nicht nur für die Böhmischen Knödeln.😉

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